Obwohl die Deutsche Shell AG, Hamburg, bei wachsendem Mineralölverbrauch in der Bundesrepublik und steigendem Anteil des Mineralöls an der gesamten Energieversorgung ihren Marktanteil gehalten hat, haben vor allem die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zu dem von 26 auf 64,4 Millionen Mark gestiegenen Gewinn beigetragen. Die Gewinnabführungen erhöhten sich um 15,3 Millionen Mark, während die außerordentlichen Erträge 3,3 Millionen Mark mehr einbrachten.

Damit ist fast die Hälfte des Gewinnzuwachses gegenüber dem Vorjahr außerhalb des Benzinbereiches entstanden, der das Hauptgeschäft der 100prozentigen Tochter des Royal-Dutch-Konzerns ist. In der gesamten Gruppe beträgt der Chemieanteil inzwischen rund 13 Prozent.

Den Preiskampf an den Tankstellen – die Shell löste die gezielten, regionalen Preissenkungen zur Abwehr des steigenden Marktanteils freier Tankstellen aus – bezeichnet die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht als Preiskorrekturen zum Schutz der langjährigen Investitionen im gesamten Bundesgebiet und zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der Shell-Partner. Allerdings, so gibt die Verwaltung zu bedenken, sei die Wettbewerbsfähigkeit nicht allein über die Preispolitik zu erreichen. Es sei das Ziel, durch eine kostensenkende Umstrukturierung des Tankstellennetzes die Durchschnittsumsätze der einzelnen Stationen zu erhöhen und die Kosten je Liter zu senken. Diese Tendenz wird durch ein verbreitertes Angebot von Autozubehör unterstützt, das inzwischen rund 350 Artikel umfaßt.

Um eine Umsatzsteigerung im Mineralölbereich von 7,9 Prozent zu erreichen, mußte die Shell mengenmäßig 9,3 Prozent mehr verkaufen. Allerdings wird der Umsatzanteil des reinen Mineralölgeschäftes im Geschäftsbericht nicht angegeben. Der harte Preiskampf auf diesem Sektor drückt sich also nicht nur in der überdurchschnittlichen Gewinnzunahme der Töchter, sondern auch in der Öffnung der Schere zwischen mengen- und wertmäßigem Umsatz aus. mh