Die neue indonesische Regierung war kaum in den Palast Sukarnos eingezogen, da kamen aus allen Hauptstädten der Welt die Unterhändler der Ölkonzerne angereist. In den gepflegten Salons des Intercontinental Hotel Indonesia in Djakarta warten nun schon seit Monaten die Ölexperten aus Frankreich, USA, Kanada, Italien, Japan und Australien und hoffen, bald Verträge über neue ölkonzessionen zu unterzeichnen.

Fast dreißig Jahre lang stagnierte die indonesische Erdölwirtschaft. Die Regierung Sukarnos machte im Jahre 1963 einen ersten Versuch, ausländisches Kapital zu locken.

Die damalige Regierung traf mit ausländischen Ölgesellschaften einen Kompromiß, wonach der Rohölgewinn nach Abzug aller Betriebskosten und Abschreibungen zwischen der indonesischen Regierung (60 Prozent) und der ausländischen Gesellschaft (40 Prozent) aufgeteilt werden sollte. Für diesen hohen Preis erhielten die Ausländer das Recht, die bestehenden Ölfelder zwanzig Jahre lang ausbeuten zu dürfen.

Politische Unruhen im Lande veranlaßten jedoch die Regierung, die ausländischen Gesellschaften scharf zu kontrollieren. Einige von ihnen verloren die Geduld. Die Shell entschloß sich damals, alle Rechte und Anlagen an die indonesische staatliche Erdölgesellschaft Pertamina zu übertragen.

Als die politischen Unruhen durch die Machtübernahme von Suharto gestoppt wurden und die große Welle der Verstaatlichung vorbei war, kehrten die Ausländer zurück.

Heute sind 15 Ölgesellschaften fleißig dabei, an den Küsten Indonesiens zu bohren. Seit ihrer Machtübernahme im Jahre 1966 hat die indonesische Regierung zwanzig Verträge mit ausländischen Erdölgesellschaften, vor allem mit amerikanischen und japanischen Unternehmen unterzeichnet.

In der Hauptsache handelt es sich um Bohrungen in küstennahen Gewässern. Das dort gewonnene Öl ist von besonderer Qualität (sehr geringer Schwefelgehalt). Hinzu kommt noch die günstige Lage des indonesischen Archipels: Die Transportkosten nach Australien und Japan sind niedrig.