Einer der ältesten Wünsche der Menschheit – ein langes Leben – könnte einmal in Erfüllung gehen. Jedenfalls berechtigen Experimente mit Mäusen, deren Lebensspanne sich um 30 bis 40 Prozent verlängern ließ, zu dieser Hoffnung.

Denham Harman von der Staatsuniversität Nebraska (USA) schilderte im Journal of Gerontology kürzlich eine Hypothese, der zufolge bestimmte freie Radikale – relativ stabile Gruppen aus verschiedenen Atomen, die wie Elemente als Ganzes reagieren – eine bedeutsame Rolle im Alterungsprozeß der Zelle spielen, etwa indem sie auf die Zellmembran einwirken oder die Produktion solcher Enzyme anregen, die der Desoxyribonukleinsäure (abgekürzt DNS) im Zellkern schädlich sind. Attacken auf die DNS, den Träger genetischer Informationen, aber könnten nachfolgende Zellteilungen und damit vielleicht auch deren Lebensdauer ungünstig beeinflussen.

Harman ging zunächst einmal davon aus, daß solche Veränderungen den Altersprozeß beschleunigen oder gar die Zellteilungsrate herabsetzen und überlegte, ob sich der Vorgang durch ungiftige Anti-Oxydverbindungen nicht hemmen lasse. Er vermutete, daß diese Substanzen mit freien Radikalen reagierten und so deren zerstörerische Eigenschaften neutralisierten.

Im Verlauf der Experimente mischte der Forscher deshalb Mäusen kleine Mengen Hydroxytoluol und Mercaptoäthylamin unter das Futter. Die Ergebnisse bestätigten seine Annahme. Nur fünf Prozent der verfütterten Nahrung, so fand er heraus, brauchte aus solchen Anti-Oxydverbindungen bestehen – prompt verlängerten sich die Mäuse-Leben um gut ein Drittel.

Damit ist allerdings nicht gesagt, daß sich auch menschliches Leben auf ebenso simple Weise verlängern läßt. Auch ist über möglicherweise auftretende Nebenwirkungen noch gar nichts bekannt. P. J.