Die 36 Stunden des Rockefeller-Besudies in Argentinien haben genügt, das Land erneut ins Chaos zu stürzen. Bevor der Sonderemissär von US-Präsident Nixon bei seinem dritten Versuch, die Beziehungen zu Lateinamerika zu verbessern, in Buenos Aires eintraf, hatten Demonstranten 19 Supermärkte in Schutt und Asche gelegt, die der Familie des Gouverneurs von New: York gehören.

Dann wurde der Generalsekretär der Stahlarbeitergewerkschaft, Augusto Vandor, ermordet. Er hatte sich geweigert, einem 25stündigen Generalstreik zuzustimmen, zu dem der radikale Gewerkschaftsflügel aus Protest gegen Rockefeller aufgerufen hatte. Um der wachsenden Welle des regierungsfeindlichen Terrorismus Herr, zu werden, verhängte Innenminister Imaz, der starke Mann hinter Staatspräsident Onganía, am Dienstag den Ausnahmezustand über Argentinien. Der Generalstreik lief trotzdem an.