Von Michael Jungblut

Wohin man in Schweden auch kommt, Stora ist schon da. Stora streicht ganz Schweden an. Zehntausende von dunkelroten Holzhäusern in den Dörfern, entlang der Landstraßen, an Seeufern und in den riesigen Wäldern des Landes erinnern Einheimische und Touristen unablässig an eines der bedeutendsten Unternehmen Schwedens.

Außerhalb der großen Städte ziehen die Schweden beim Hausbau immer noch Holz allen anderen Baumaterialien vor. Auf dem Land sind neun von zehn Häusern aus Holz und – von wenigen Individualisten abgesehen – wählen ihre Bauherren sämtlich als Außenanstrich eine dunkelrote, witterungsbeständige Farbe. Angerührt wird diese „Nationalfarbe“ von acht Arbeitern in einem der vielen Betriebe des Stora-Kopparberg-Konzerns.

So augenfällig die starke Marktstellung von Stora auf diesem Gebiet ist, im Rahmen des Gesamtunternehmens spielt die Farbproduktion nur eine untergeordnete Rolle. Stahl und Papier sind die beiden Hauptsäulen, auf denen der Konzern ruht, der mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Kronen an siebter Stelle unter den großen Unternehmen des Landes steht.

„Diese Kombination hat sich bisher stets als sehr günstig erwiesen“, erläutert Erik Sundblad, der geschäftsführende Direktor des Konzerns, der-mit knapp vierzig Jahren zur jungen Generation schwedischer Spitzenmanager zählt. „Wenn die Stahlkonjunktur zu wünschen übrig ließ, liefen unsere Papiermaschinen auf Hochtouren, und wenn das Geschäft mit Zeitungsdruckpapier etwas flau war, trugen unsere Stahlwerke um so kräftiger zum Wachstum des Unternehmens bei.“

Doch bei Stora kann man noch mehr als nur Farbe, Stahl und Papier herstellen. In den verschiedenen Betrieben des Unternehmens werden auch Zellstoff und chemische Produkte, Schnittholz und sogar Milch und Butter erzeugt. Stora verfügt über eigene Erzgruben, riesigen Waldbesitz, verschiedene Wasserkraftwerke und betreibt den größten Landwirtschaftsbetrieb Schwedens.

Eine vielgestaltige Produktionspalette, heute als Diversifikation eines der Schlagworte moderner Unternehmenspolitik, ist bei Stora längst Tradition. Der Ursprung des Konzerns Stora Kopparberg ist Stora Kopparberg, der große Kupferberg in Falun, wo auch heute noch die Hauptverwaltung des inzwischen weltweit operierenden Unternehmens residiert.