Geld oder Haft

Uniformierte greifen in dem Augenblick, in dem der ohnehin arg geschröpfte Reisende seinen Paß zücken will, ohne um Erlaubnis zu fragen in seine Brieftasche, nehmen das Geld heraus und kontrollieren die Barschaft.

Nicht in einem balkanischen Land. In Frankreich! Bei der Ausreise.

Die Franzosen reglementieren aufs neue den Geldverkehr über die Grenze: Sie erlauben nur noch die Ausfuhr von maximal 200 Francs oder von Devisen im Wert von tausend Francs; Reiseschecks sind frei.

Was über die zulässige Höchstmenge hinausgeht, nicht durch eine Ausfuhrgenehmigung einer französischen Bank gedeckt ist und dem Kommissar in die Hände fällt, wird einbehalten, gegen Quittung. Das Geld kann „bei Rückkehr nach Frankreich an Ort und Stelle innerhalb von zwei Jahren“ wieder abgehoben werden.

Reisende, die diese Amtshandlung für einen üblen Scherz halten und protestieren, werden auf die Alternative verwiesen, „bis zur Klärung des Falles“ in Haft zu gehen. Basta.

Die neuen Bestimmungen sind bisher im Ausland nur spärlich publiziert worden; weshalb? So werden sie zwangsläufig zur Touristenfalle. Wem ist, um Himmels willen, damit denn gedient? Dem siechen Franc? Dem angeschlagnew Fremdenverkehr? –te