Die freien Aktionäre der Sarotti AG, Hattersheim, können sich zum Kurs von 325 Prozent abfinden lassen. Dieses Angebot hat der Großaktionär Nestlé Alimentana SA rechtzeitig zur diesjährigen Hauptversammlung gemacht, auf der die Verwaltung erläutern mußte, warum das einstmals so angesehene Unternehmen nicht in der Lage ist, eine Dividende, auszuschütten.

Tatsache ist, daß bei Sarotti in den letzten Jahren eine sehr eigenwillige Geschäftspolitik verfolgt wurde, die augenscheinlich stark auf die Interessen des Großaktionärs zugeschnitten war. Deshalb ist es gut, wenn Nestlé jetzt die Konsequenzen gezogen hat. Den Abfindungskurs wird man als fair bezeichnen dürfen.

Was aber bedenklich stimmen muß, ist die frühe Reaktion an der Börse. Trotz aller schlechten Nachrichten über die schwierige Geschäftslage stieg der Sarotti-Kurs seit Beginn dieses-Jahres von 190 auf zuletzt über 300 Prozent. Sarotti-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Vierhub bestritt zwar energisch, daß Insider aus der geplanten Abfindung einen Nutzen ziehen konnten. Aber wer hat dann zu steigenden Kursen gekauft? Sollte jemand lediglich richtig geträumt haben? kw