Im ersten Jahr nach der Umstrukturierung des Krupp-Konzerns hat die neue Konzernobergesellschaft, die Fried. Krupp GmbH, Essen, einen Verlust von 9,9 Millionen Mark ausgewiesen. Daß das Unternehmen auf dem Wege zur Gesundung ist, zeigt eine Aufgliederung der Ertragsrechnung. Danach hat die Fried. Krupp einschließlich ihrer Tochtergesellschaften einen Gewinn von 2,1 Millionen Mark erzielt, bei einem Umsatz von 3,29 Milliarden Mark sicher kein befriedigendes Ergebnis, gegenüber den Verlustabschlüssen der Vorjahre aber doch ein unverkennbarer Fortschritt.

Die Fried. Krupp Hüttenwerke AG, an deren Kapital von 573 Millionen Mark die Obergesellschaft zu 75,6 Prozent beteiligt ist, erzielte einen Gewinn von 14,4 Millionen Mark. Dagegen machte die zu 86,3 Prozent im Krupp-Besitz befindliche AG Weser einen Verlust, der sich zusammen mit der Dividendengarantie für die freien Aktionäre auf 26,4 Millionen Mark summierte. So ergibt sich für den Gesamtkonzern ein Jahresverlust von 9,9 Millionen Mark.

Im ersten Quartal des neuen Jahres verbuchte der Krupp-Konzern eine Umsatzzunahme von 11 Prozent. Dennoch, so meinte die Verwaltung, wird die Ertragslage auch in Zukunft noch durch die Sondereinflüsse der Strukturbereinigung des Konzerns belastet werden.

Von dem konsolidierten Gesamtumsatz des Unternehmens, der früher eindeutig von Kohle und Stahl geprägt war, entfallen heute bereits rund drei Fünftel auf die Verarbeitung und Handel und Dienstleistungen. Nur noch zwei Fünftel kommen aus der in der Fried. Krupp Hüttenwerke AG zusammengefaßten Grundstoffindustrie. Zusammen mit den nicht konsolidierten Tochtergesellschaften setzte der Krupp-Konzern 1968 6,14 Milliarden Mark um gegen 5,95 Milliarden im vorangegangenen Jahr.

Die Umsatzzunahme entfiel vornehmlich auf die Grundstoffindustrien und die AG Weser, weil sich die Rezession bei der Verarbeitung und im Handel niederschlug. Außerdem führte die Aufgabe von Verlustproduktionen, unter anderem im Motoren- und Kraftwagenbereich, zu Umsatzminderungen in diesem Bereich.

Die im Jahre 1967 zur Finanzierung von Exportgeschäften gewährte Bundesbürgschaft von 300 Millionen Mark wurde am Jahresende mit einem unausgenutzten Betrag von 136 Millionen Mark zurückgegeben. Weitere 50 Millionen Mark hatten inzwischen ihre Erledigung gefunden, so daß die Bürgschaft noch mit 114 Millionen Mark belegt war. Effektiv in Anspruch genommen wurde sie jedoch überhaupt nicht. mh