Die Ledernacken sind des Wartens müde. In zwanzig Jahren hat die amerikanische Luftfahrtindustrie über zwei Milliarden Mark in die Entwicklung eines Senkrechtstarters gesteckt. Der Erfolg ist minimal. Außer ein paar Prototypen, die noch in der Erprobung stehen, wurde nichts gebaut.

Die Engländer dagegen bieten das erste senkrecht startende Flugzeug der Welt an, das bereits in Serie gebaut wird. Beim spektakulären Wettlauf um die schnellste Atlantiküberquerung demonstrierte der Senkrechtstarter "Harrier" den Amerikanern seine Vorzüge.

Auf Drängen der Marineinfanterie wurden im neuen amerikanischen Haushalt jetzt 232 Millionen Mark für den Einkauf in England reserviert. Dafür sollen zwölf Kampfflugzeuge vom Typ "Harrier" bei Hawker Siddeley gekauft werden.

Für die Engländer ist das eine Chance, ihre schlechte Zahlungsbilanz ein wenig aufzubessern, denn die Mariner verlangen weitere 100 Maschinen dieses Typs. Vorausgesetzt, daß sich die ersten zwölf "Harriers" auch bewähren.

Wie wichtig den Ledernacken der Senkrechtstarter ist, geht daraus hervor, daß sie bereitwaren, auf zugesagte Käufe von Phantom-F4-Jets zu verzichten, um den Kongreß geneigt zu machen.

Für Hawker Siddeley sind die Aussichten, das Millionengeschäft mit den Amerikanern zu machen, recht gut. Um gekehrt florieren die Geschäfte der Um rikanischen Luftfahrtindustrie mit de, englischen Armee zur Zeit gar nicht.

Die Engländer anullierten die Bestel lung von 50 Kampfflugzeugen des amerikanischen Schwenkflüglers F-111. Die F-111, eine der modernsten Waffen der Amerikaner, hatte sich bei den ersten Einsätzen in Vietnam nicht bewährt.

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