Das Urteil, das die Karlsruher Richter über Hannsheinz Porst fällten, ist hart: zwei Jahre und neun Monate Gefängnis. Der dritte Strafsenat hielt für erwiesen, daß der Nürnberger Photokaufmann zum Ministerium für Staatssicherheitsdienst landesverräterische Beziehungen unterhalten hat.

Mit diesem Spruch ist ein Prozeß zu Ende gegangen, der nur in Deutschland – im geteilten Deutschland – stattfinden konnte. Porst wollte der DDR und der Bundesrepublik dienen, er glaubte, Deutschlands Wunden heilen zu können – mittels Kontakten zu „Fritz“, „Kurt“ und „Herbert“ vom Staatssicherheitsdienst in Ost-Berlin. Porst mag aus sehr illusionistischen Motiven in die Sache hineingeschliddert sein. Er fand aber schließlich nicht die Kraft, dem dilettantischen Agentenspiel ein Ende zu bereiten. Verraten hat Porst nichts, was den Stempel eines Geheimnisses trug, aber er hatte sich feierlich verpflichtet, dem Staatssicherheitsdienst zu dienen, und das reichte für die Verurteilung aus.

Porst ist in diesem Prozeß nicht zur tragischen Figur geworden, zum Märtyrer der deutschen Teilung. Er blieb jener kleine Gernegroß, als der er von Anfang an auftrat. Jetzt ist er bestraft worden, hart, aber nicht ungerecht. v. K.