Baden-Baden

Bis zum 20. Juli, Staatliche Kunsthalle: „14 mal 14: Eskalation“

„Eskalation“ – verstanden als eine aus der Akkumulation resultierende Zielformulierung – hat nicht stattgefunden. Der Umstand jedoch, daß sich immer mehr Künstler in das vorhandene Raumangebot teilen mußten, hat zu einer Verdichtung geführt; die im Verlauf des Unternehmens notwendig gewordenen Umgruppierungen ergaben durch überraschende Konfrontationen einen Wechsel der Perspektiven: Der nunmehr zustande gekommene visuelle Kontakt zwischen den qualligen Polyestergrotesken von Hildegard Lutze („Ruhe sanft“) und den kargen, ganz auf die Wirkung des Rohstoffs – Holz und Metall – abgestellten Konstruktionen von Franz Bernhard macht die Unterschiede zwischen popigem Neo-Barock und raffinierter Materialaskese schlagend deutlich.

Die Raumabfolge hat allerdings auch ihre Tücken: so geht den Schaumstoff-Reifen von Konrad Schulz zwischen Nierhoffs und Lautes Environments ganz einfach die Luft aus. Die Räume dieser beiden sind typisch für ein Verfahren, bei dem fertige Objekte durch die Integration in ein ad hoc hergestelltes Ambiente umfunktioniert werden. Der Assoziationsbereich der Objekte wird konkretisiert. Bernd Koberlings „Porträt“ eines lappländischen Flusses (in 21 Bildern, von der Quelle bis zur Mündung) ist – nicht nur von der Malerei her – der Höhepunkt der Ausstellung, die per Saldo nichts vorzuweisen hat, was sie von ähnlichen Vorgängen unterscheidet – abgesehen von dem neuartigen Verfahren, Auf- und Umbau vor dem Publikum abrollen zu lassen: Gerade in diesem unwägbaren Moment aber, der Auswirkung der vielfach zustande gekommenen „Werkstattgespräche“ zwischen Künstlern und Besuchern, könnte die Rechtfertigung des ganzen liegen.

Helmut Schneider

Stuttgart

Bis zum 7. September, Württembergischer Kunstverein: „John Heartfield – George Grosz“