Als das holländische Schiff „Tjibodas“ den Hafen Beira (Mozambique) verließ, funkten englische Agenten Alarm für ihre Kollegen auf hoher See. Die „Tjibodas“, so meldeten die britischen Geheimagenten, habe eine Ladung rhodesischen Chromerzes an Bord.

Britische Mariner, unterstützt von der königlichen Luftwaffe, nahmen die Verfolgung des Frachters auf, während die Regierung in London bei der UN um Amtshilfe nachsuchte. Die Briten erklärten die „Tjibodas“ zum Blockadebrecher, und die UN war verpflichtet, der Sache nachzugehen.

Seit rund drei Jahren boykottieren alle UN-Nationen auf Drängen der Briten Rhodesien – kein UN-Mitglied darf seitdem irgend etwas nach Rhodesien liefern oder irgend etwas aus Rhodesien importieren. Doch die Blockade wird seit drei Jahren durchbrochen.

In Europa ist die Schweiz das gelobte Land der Blockadebrecher: Die neutralen Schweizer sind nicht Mitglied der Vereinten. Nationen und sind daher auch nicht an den UN-Boykott gebunden.

Die „Tjibodas“ wurde auf ihrer Reise nach Fernost in Penang (Malaysia) gestoppt und überprüft. Die Malayen meldeten an die UN, an der Ladung des Frachters sei nichts auszusetzen. Was die „Tjibodas“ geladen hatte, verrieten die Malayen nicht, denn dazu sind sie nicht verpflichtet.

Als der holländische Frachter schließlich seinen Bestimmungshafen in Japan erreichte, wurde das Chromerz unbeanstandet entladen und an die japanische Automobilindustrie ausgeliefert. An die UN meldeten die Japaner pflichtgemäß, das Erz sei für den Import freigegeben worden, weil es aus südafrikanischen Bergwerken gekommen sei.

Die Republik Südafrika und die portugiesischen Behörden in Mozambique sind mit Ursprungszeugnissen für rhodesische Waren großzügig. Beide Länder profitieren vom Handel mit rhodesischen Rohstoffen. An der Blockade verdienen sie nichts.