Die Bundesregierung hat bei dem jüngst abgeschlossenen deutsch-amerikanischen Abkommen über einen Devisenausgleich für die Truppenstationierung tiefer als vorher in die Tasche greifen müssen. Aber sie hat sich dafür Vorteile eingehandelt, die diesen Preis angemessen erscheinen lassen. Zum erstenmal gilt ein solches Abkommen gleich für zwei Jahre. Bis zum 30. Juni 1971 ist die amerikanische Regierung damit auf eine unveränderte Truppenpräsenz in Deutschland festgelegt – nicht nur gegenüber der Bundesrepublik, sondern auch in der Abwehr aller Forderungen aus dem Senat nach drastischen Truppenkürzungen in Europa.

Um sich diese Gewißheit verschaffen zu können, mußte die Bundesregierung über ihren Schatten springen. Sie wird in den nächsten zwei Jahren sechs Milliarden in Devisen nach Amerika fließen lassen und dazu, als Novität, auch ein Darlehen von einer Milliarde geben und amerikanische Forderungen aus dem Marshall-Plan an dritte Länder übernehmen. 900 Millionen Mark entstehen dadurch (in zehn Jahren) an Zinskosten für den Bundeshaushalt – eine Belastung, die es bisher nie gegeben hat. Dieser Betrag ist das einzige tatsächliche finanzielle Opfer, sofern man ihn angesichts des sicherheitspolitischen Gegenwertes überhaupt als Opfer bezeichnen darf. -r.