Das „Haus Staffelberg“ im nordhessischen Biedenkopf ist ein Heim für schwererziehbare Jugendliche. Die Bewohner sind nicht freiwillig dort. Sie werden entweder auf Wunsch der Eltern oder auf Anordnung der Fürsorgebehörden einquartiert. „Staffelberg“ gilt als ein vorbildliches Heim. Trotzdem leben heute von den 150 Insassen etwa dreißig in Frankfurt in „Emigration“. Sie haben Biedenkopf verlassen, seit am 28. Juni Frankfurter Studenten gemeinsam mit der „Kampfgruppe ehemaliger Fürsorgezöglinge“ im „Haus Staffelberg“ erschienen und gegen die Erziehungsmethoden protestierten. Heute sagt der Heimleiter, der Druck von außen werde langsam unerträglich. Aber unter dem Druck von außen ist zugesagt worden: Das Taschengeld – bisher zwischen 2,50 und 6 Mark pro Woche – soll angehoben werden; durch einen „Heimrat“ soll Mitbestimmung praktiziert werden; die Länge ihrer Haare können die Jungen selbst bestimmen, und der Ausgang wird verlängert.

Flugblatt der „Kampfgruppe ehemaliger Fürsorgezöglinge“

Wir fordern Öffentlichkeit der Erzieherkonferenz (Termin nach Feierabend).

Wir fordern sofortigen Abbruch des Karzers.

Wir fordern Rausschmiß aller Erzieher, die prügeln bzw. geprügelt haben.

Wir fordern Abschaffung der Postzensur.

Wir fordern, daß das ganze Heim Tag und