Es ist klar, daß unsere zwei Länder durch die tiefen Klassenunterschiede getrennt sind. Die Sowjetunion ging aber stets davon aus, daß die UdSSR und die USA in den Fragen der Aufrechterhaltung des Friedens eine gemeinsame Sprache finden können ... Unsere Aufmerksamkeit zog die Erklärung des Präsidenten Richard Nixon auf sich, daß seiner Meinung nach den Zeiten der Konfrontation eine Ära von Verhandlungen folgen werde. Die Sowjetunion ist für Verhandlungen ...

Die sowjetische Seite ist bereit, die Möglichkeiten der Entwicklung der sowjetisch-amerikanischen Beziehungen zu studieren. Warum sollte man nicht zum Beispiel die Frage des Austausches von repräsentativen Delegationen des Obersten Sowjets der UdSSR und des USA-Kongresses behandeln? In der Sowjetunion sind selbstverständlich die Äußerungen des USA-Präsidenten zugunsten eines gut vorbereiteten sowjetischamerikanischen Treffens auf höchster Ebene nicht unbeachtet geblieben ...

Die Unantastbarkeit der bestehenden Grenzen – das ist für Europa die Hauptfrage. Davon, wie die Staaten, besonders die Großstaaten, darauf antworten, wird abhängen, ob es Frieden oder Krieg gibt. Was unser Land betrifft, so antworten wir darauf mit aller Bestimmtheit: Die Grenzen der Staaten – ob im Osten oder Westen, im Norden oder Süden des Kontinents – sind unantastbar, und keine Macht kann die Lage ändern... Genauigkeit der Positionen betreffend die Anerkennung der Unerschütterlichkeit der in Europa entstandenen Grenzen ist das wichtigste Kennzeichen dafür, welcher Art die Politik des einen oder anderen Staates in den europäischen Angelegenheiten ist und inwieweit seine Erklärungen zugunsten des Friedens den wirklichen Absichten entsprechen ...

Die Sowjetunion hat öfters festgestellt, daß die Bundesrepublik Deutschland nicht geringere Möglichkeiten als andere Länder für die Entwicklung normaler Beziehungen zur Sowjetunion hat. Die Schwierigkeiten in den Beziehungen werden nicht von uns erzeugt; es geht darum, daß die BRD für die Verbesserung der Beziehungen nicht mehr und nicht minder erhalten will als das Abgehen von den Prinzipien unserer Europa-Politik. Das ist aber ausgeschlossen!

Dafür müssen die Pläne einer Revanche für den verspielten Krieg dem Verständnis Platz machen, daß die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland mit ihren nicht geringen wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten in der friedlichen Zusammenarbeit mit allen Staaten, darunter mit der Sowjetunion, liegt. Ausgehend von diesem Standpunkt ist die Sowjetregierung bereit zur Fortsetzung des Meinungsaustausches mit der BRD über den Verzicht auf Gewaltanwendung bis zum Abschluß eines entsprechenden Abkommens sowie zum Meinungsaustausch über andere Fragen der sowjetisch-deutschen Beziehungen. Sie ist auch bereit, entsprechende Kontakte zu verwirklichen ...

Die Linie der Politik der Sowjetunion wie auch der DDR bezüglich Westberlins ist klar: Wir treten dafür ein, daß die Bevölkerung dieser Stadt und ihre Behörden alle Möglichkeiten für eine Tätigkeit haben, die das normale Bestehen Westberlins als selbständige politische Einheit gewährleistet. Aber es kann nicht erlaubt werden, daß unsere Interessen, die berechtigten Interessen unseres Verbündeten, der DDR, geschmälert und der Sonderstatus Westberlins verletzt werden. Wenn die anderen Mächte, unsere Kriegsalliierten, die ihr Teil der Verantwortung für die Lage in Westberlin tragen, an diese Frage unter Berücksichtigung der Interessen der europäischen Sicherheit herangehen werden, so werden sie seitens der Sowjetunion Bereitwilligkeit zum Meinungsaustausch darüber finden, wie man jetzt und für die Zukunft Komplikationen um Westberlin verhüten kann.