Eine kostbare Fracht wird die Deutsche Lufthansa in dieser Woche von Südafrika nach Zürich fliegen: 12 Tonnen Gold. Es ist bereits der dritte Flug, der das begehrte Metall nach Europa befördert. Die Bestimmung der Fracht im Werte von insgesamt rund 400 Millionen Schweizer Franken ist nicht bekannt, es wird jedoch angenommen, daß das Gold auf dem freien Markt verkauft werden soll.

Seit der Spaltung des Goldmarktes im März 1968 besteht der Welt größter Goldproduzent, Südafrika, darauf, sein Gold zum amtlichen Preis an Notenbanken und Währungsbehörden zu verkaufen. Auf amerikanischen Druck verweisen die Notenbanken Südafrika jedoch auf den freien Markt, um den freien Preis, der seit geraumer Zeit um 42 Dollar je Unze schwankt, möglichst niedrig zu halten.

Südafrika pflegte bislang rund 40 Prozent seiner Einfuhren durch die Erlöse von Goldverkäufen zu bezahlen. Dennoch war bei den bisherigen Verkäufen auf dem freien Markt immer nur von "Testverkäufen" geringer Menge die Rede. Nun scheint es, daß die anhaltende Abstinenz der Notenbanken Südafrika doch zu massiveren Goldverkäufen auf dem freien Markt zwingt. mh