Von Erwin Lausch

Auf zweihunderttausend wurde die Zahl der Wissenschaftler geschätzt, die heute den Geheimnissen des Lebens nachspüren. Eine verschwindende Minderheit der Menschheit – doch die Ergebnisse ihrer Neugier und ihres Fleißes beunruhigen manche Fachleute zutiefst. Zu denen, die sich große Sorgen machen, gehört der englische Biologe und Wissenschafts-Schriftsteller Gordon Rattray Taylor. Die bedrohlichen Konsequenzen, die sich aus Resultaten der modernen Biologie ergeben könnten, erörtert er in seinem Buch

Gordon Rattray Taylor: "Die biologische Zeitbombe – Revolution der modernen Biologie"; G. B. Fischer Verlag, Frankfurt; 308 S., 20,– DM.

Entgegen dem Titel will Taylor die Aufmerksamkeit seiner größtenteils nichtsahnenden Zeitgenossen nicht auf eine einzige Zeitbombe lenken, sondern gleich auf"sechs hochbrisante Themen – sechs Zeitbomben, deren Sicherungen verschieden lange schmoren".Taylors "biologische Zeitbomben" sind Forschungsprobleme, auf die sich das Interesse vieler Biologen konzentriert und die von den Wissenschaftlern teils heute schon weitgehend gelöst worden sind, teils wohl in absehbarer Zukunft gelöst werden können:

Wie entstand das Leben?

Warum altern Lebewesen, und was sind die Ursachen des natürlichen Todes?

Wie funktionieren Lebewesen? Auf welche Weise wird das Verhalten der Lebewesen kontrolliert, und wie funktioniert das Gehirn?