Drei Tage vor dem angekündigten Start der Amerikaner schossen die Sowjets – ohne Ankündigung – ihre unbemannte Sonde "Luna 15" zum Mond. Sie soll landen, Meßdaten registrieren, Gesteinsproben sammeln und wieder zurück zur Erde fliegen. Der Roboter soll dem Menschen zuvorkommen. Er wird den Amerikanern, wenn es ihren Luna-Nauten gelingt, den Fuß auf den Erdtrabanten zu setzen (wobei das Risiko wohl größer ist, als es in der Weltraumeuphorie dieser Tage deutlich wird), die "Show" nicht stehlen können.

Der Roboter ist ein Beitrag zum "Indianerspiel" der Amerikaner und Sowjets in der Raumfahrt und damit, bei aller Hochachtung vor der wissenschaftlich-technischen Leistung der Sowjets, ein Anlaß zum Ärgernis. Wie schön und gut wär’s gewesen, wenn man die universale Aufgabe gemeinsam und ohne Geheimniskrämerei gelöst hätte. Aber diese Hoffnung auf eine sachgerechte Zusammenarbeit zwischen den beiden Weltmächten – noch liegt sie wohl "auf dem Mond", rst.