Die Scheckkarte ist eine gute Erfindung. Nicht nur, daß der Kaufmann nicht mehr mißtrauisch die Stirn runzelt, wenn man ihm anbietet, den Einkauf mit einem Scheck zu bezahlen – wo immer man in der Bundesrepublik (und in 12 weiteren Ländern) Bargeld benötigt; der Kassierer am nächsten Bankschalter hilft.

Wohlgemerkt: Am Bankschalter. Sparsame Sparkassenrendanten sehen im geldheischenden Scheckkartenbesitzer offenbar einen leidigen Bittsteller oder ein willkommenes Neppobjekt. Für einen Scheck über 100 Mark zahlen sie jedenfalls nur 98 Mark. Da hilft nur eins: Kehrt machen und den Scheck der nächsten Bankfiliale präsentieren. Schneller kann man zwei Mark kaum verdienen. Und auch, die Kontoinhaber der kleinlichen Sparkassen profitieren von dieser Großzügigkeit der Banken, die Service über Pfennigfuchserei stellen.

Schlimm dran sind jedoch die Reisenden, die außerhalb der Bankstunden auf die guten Dienste der bundesbahneigenen Verkehrskreditbanken angewiesen sind. Er muß zwei Mark pro Scheck berappen, wenn sein Bargeld nicht mehr für ein Bier im Wartesaal reicht.

Dort kann er dann, während er auf den nächsten Zug wartet, darüber meditieren, ob die Bundesbahn nicht bessere Quellen auffinden kann, um ihr Defizit zu mindern. Kleinvieh macht zwar, auch Mist, aber der Ärger des Reisenden wiegt letzten Endes doch wohl schwerer. hm