Daß Kapital und Management zu den Arbeitskräften gehen, ist nicht neu, daß sie den begehrten Arbeitskräften bis nach Indien und Portugal folgen, ist aber immerhin erstaunlich. So geschieht es neuerdings bei der Firma Siemens.

Die ausländischen Tochterunternehmen werden in immer stärkerem Maße zur Versorgung des deutschen Marktes herangezogen. Zahlreiche Produkte, die in der Bundesrepublik unter dem Namen Siemens angeboten werden, stammen von Tochtergesellschaften in Indien, Portugal, Italien und Spanien.

Nicht zuletzt diese Lieferungen haben zu der explosiven Steigerung der Elektroimporte beigetragen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrug der Zuwachs vierzig Prozent.

Der Siemens-Vorstand mißt dem Aufbau ausländischer Produktionsstätten, vor allem im Mittelmeerraum, große Bedeutung zu. Dabei hat es sich als nützlich erwiesen, dort Produktionsstätten zu errichten, wo es Arbeitskräfte gibt, die schon einmal in Siemens-Fabriken in der Bundesrepublik gearbeitet haben.

In der Siemens-Fabrik in Griechenland zum Beispiel stellen Mädchen und Frauen, die früher einmal in deutschen Siemens-Werken beschäftigt waren, wertvolle Vorarbeiterinnen. Gerade dieser weltweite Verbund hat es nach Ansicht des Hauses Siemens ermöglicht, daß 1968/69 alle Erwartungen übertroffen wurden. kw