Lauritz Lauritzen läßt nicht locker. Obwohl sein Städtebau-Förderungsgesetz an parteiegoistischen Erwägungen scheiterte, tritt der Minister drei Wochen später mit einem ausführlichen Bericht über Situation und Aufgaben im Städtebau an die Öffentlichkeit. Der Bericht hat kein Vorbild. Es handelt sich um den Versuch, die komplexen Zusammenhänge modernen Städtebaus dem interessierten Laien darzulegen.

Unerträgliche Verkehrsverhältnisse, unzureichende Erholungs- und Grünanlagen, Mangel an Schulen, Krankenhäusern und ungenügende städtische Versorgungseinrichtungen kennzeichnen neben abbruchreifen Stadtvierteln das Bild vieler deutscher Städte. So froh wir nach 1945 über jede halbwegs heile Wohnung waren – eine große Anzahl von ihnen zählt inzwischen zu den modernen Slums. Die Sanierung der Städte und Dörfer gehört zu den wichtigsten innenpolitischen Aufgaben der 70er Jahre. Das Heim von Millionen Bürgern unseres Landes entspricht nicht mehr ihrem sonstigen Lebens-Standard.

Das könnte eines Tages wohl ihr politisches Verhalten mitbestimmen. Der 1. Städtebaubericht legt anschaulich dar, wie eine Städtesanierung sinnvoll in Angriff genommen werden, sollte. Er macht indirekt deutlich, wie dringend ein Städtebau-Förderungsgesetz für die Bundesrepublik ist. ks.