Neue Lehrlingsbeschäftigungen sind die Folge. Zu dem Brötchenholen kommt das Parkuhrstopfen. In einer Hamburger Firma hat man für alle Fälle auch gleich einen Fonds gebildet, aus dem alle ab und an fälligen Strafmandate gemeinsam bezahlt werden. Das kommt im Schnitt noch billiger als die Plätze in einem Parkhaus.

Die wichtigste und in gewissem Grade einfachste Lösung der Verkehrsprobleme aber wäre eine andere: eine Bau- und Verkehrsplanung, die synchron gestaltet wird. Wohnungen und Verkehrströme wachsen an Achsen entlang, die langfristig vorausgeplant und ausgebaut werden.

„kiss and ride“

Idealvorstellung dieses Konzepts: Die U-Bahn ist schon da, wenn die erste Wohnung der neuen Siedlung bezugsfertig ist. Der erste Bewohner der Siedlung sieht sich nicht gezwungen, ein Auto anzuschaffen, ein Auto, von dem er sich, wenn die U-Bahn vielleicht fünf Jahre später kommt, nicht mehr trennen wird.

Doch das ist Zukunftsmusik, ziemlich ferne sogar. Denn bislang sind wir bestenfalls so weit, daß Bauamt und Verkehrsunternehmen einander über ihre Pläne verständigen; von gemeinsamer Planung kann keine Rede sein. So befinden sich die Verkehrsplaner meist in der Rolle eines Flickschusters, der sich wundert, daß trotz aller Bemühungen kein Schuh draus wird.

Es bleibt für die Verkehrsunternehmen, aus den gegebenenen Verhältnissen das Beste zu machen. Eine Konzeption, die den schon erreichten Stand der Motorisierung berücksichtigt, ist „park and ride“.

Großzügig angelegte Parkplätze in den Außenbezirken der Städte, die man in Hamburg auch mit Einrichtungen für Kraftfahrzeugpflege und mit Geschäften des täglichen Bedarfs ausstatten will, sollen die Kraftfahrer veranlassen, den Wagen dort stehenzulassen und auf die S- oder U-Bahn umzusteigen.

Noch einfacher ist es natürlich, wenn die Ehefrau den Mann zur Bahn bringt und den Wagen gleich wieder mit nach Hause nimmt. In Hamburg will man denn auch im Herbst eine Werbekampagne für eine „weltweite, moderne Lebensart“ starten: kiss and ride, küß deine Frau und fahre mit der Bahn zur Arbeit.