Fortgeworfene Ausrüstungsgegenstände und eine Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika, das Unterteil der Landefähre, das den Lunanauten als Startrampe gedient hat und Botschaften irdischer Staatsoberhäupter, Verpackungsmaterial, ein von den Astronauten und Präsident Nixon unterschriebenes Erinnerungsschild (Bild auf Seite 32) und wahrscheinlich zwei Paar Astronautenschuhe, viele Fußabdrücke und einige wissenschaftliche Instrumente – das alles wird teils feierlich, teils höchst prosaisch von dem ersten Besuch von Erdenbürgern auf dem Mond künden.

Zwei Apparate, die Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf unserem Nachtgestirn aufstellen, ein seismisches Gerät und ein Laser-Reflektor, werden noch lange den Wissenschaftlern auf der Erde dienlich sein. Eine seismische Experimentieranordnung mißt Erschütterungen des Mondbodens, sowohl sehr geringe, die von entfernten Meteoriteneinschlägen herrühren mögen, als auch regelrechte Mondbeben, sofern es solche überhaupt gibt. Das Gerät wandelt die seismischen Bewegungen in elektrische Spannungsschwankungen um, sie werden von einem elektronischen Datenverarbeitungsgerät in Signale verwandelt, die ein Sender zur Erde funkt. Gespeist wird die Anlage von Sonnenbatterien und einer Isotopenbatterie. Angeschlossen ist auch noch ein Staubdetektor, eine durchsichtige Platte mit einer Photozelle dahinter. Je mehr Staub auf die Platte fällt, desto weniger Sonnenlicht fällt auf die Photozelle und entsprechend schwächer ist die von ihr abgegebene Elektrizität.

Der Radar-Reflektor ist ein Arrangement aus hundert konisch geformten Rückstrahlern aus Quarz, die einen Lichtstrahl stets in dieselbe Richtung reflektieren, von der er kommt. Sobald Neil Armstrong den Reflektor aufgestellt hat, wird vom McDonald-Observatorium in Texas ein Laser-Lichtstrahl zum Mond geschickt, um die Justierung des Spiegelaggregats zu kontrollieren.

Aus der Zeit, die ein von der Erde abgestrahlter Laser-Lichtblitz benötigt, um vom Reflektor zurückgeworfen wieder zum Ausgangsort zurückzukehren (ungefähr zweieinhalb Sekunden), läßt sich die Entfernung zwischen irdischer Lichtquelle und dem Instrument auf dem Mond bis auf fünfzehn Zentimeter genau berechnen. Täglich zweimal sollen solche, Messungen sieben Jahre lang gemacht werden, um die relativen Bewegungen zwischen Erde und Mond genau zu studieren.

-ow