Unsereins sucht überall Zusammenhänge, aber findet keine, auf der Jagd nach Einzelheiten verbringt man sein Leben. Gottfried Bonn

Beigelegt

Die Affäre Neuenfels im Bochumer Schauspielhaus ist beigelegt worden. Neuenfels, der Oberspielleiter in Bochum werden sollte, und Generalintendant Schalk haben sich in einer gemeinsamen Aussprache auf die Formel geeinigt, daß "die Vertragsauflösung auf einer Kette von Mißverständnissen beruht". Diese Mißverständnisse kosten fünfundzwanzigtausend Mark Abfindung für Neuenfels. Denn obwohl das Nichtengagement von Neuenfels nur das letzte Glied besagter Mißverständniskette ist, sind beide doch übereingekommen, "von der vorgesehenen Zusammenarbeit Abstand zu nehmen". Um weitere Mißverständnisse zu verhüten, wird Schalla, wie aus Bochum verlautet, in Zukunft seinen Oberspielleiter nicht mehr selbstherrlich wählen dürfen. Das Kulturamt der Stadt will in Zukunft bei ähnlichen Ketten mitwirken.

Büchner-Preis

Der mit 10 000 Mark dotierte Georg-Büchner-Preis wurde für 1969 dem Schriftsteller Helmut Heißenbüttel zugesprochen. Außerdem verlieh die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa an den Altphilologen Bruno Snell. Den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik erhielt Erich Heller, Professor für neuere deutsche Literatur an der Universität Evanston/USA. Die Laudationes werden auf der Herbsttagung der Akademie im Oktober gehalten.

Für Griechenland gesperrt

Aus Protest gegen die Politik der Athener Militärjunta verweigerte Arthur Miller, Präsident des Internationalen PEN-Zentrums, seine Zustimmung zur Edition seiner Werke in Griechenland. "Es wäre wirklich Ironie", erläutert er in einem Brief an seinen griechischen Verleger, "wenn ich die Veröffentlichung meiner Werke zulassen würde, solange es griechische Autoren gibt, die nicht einmal die Erlaubnis haben, auf den Straßen ihres Landes zu gehen." Auf den Einwand, schließlich sei Griechenland nicht das einzige Land, das seinen Bürgern die Grundrechte verweigert, erwidert er: "In der griechischen Situation spielt noch ein anderer Faktor eine Rolle: Ein Regime hat durch die Zerstörung einer demokratischen Regierung die Macht übernommen und versucht nun, die Welt davon zu überzeugen, daß es nicht nur die Freiheit, sondern auch die Zivilisation repräsentiert. Ich glaube deshalb, daß die Veröffentlichung meiner Werke unter den derzeitigen Umständen, in denen sich die Unterdrückung noch verstärkt, etwas anderes ist als bei Regierungen, deren repressive Aktionen schon seit langem bekannt und verurteilt worden sind."