Schiller ist an allem schuld. Unter dieser Devise sind die Christdemokraten inzwischen zum Wahlkampf angetreten. Doch der Eifer, mit dem sie dem Wirtschaftsminister am Zeug zu flicken versuchen, nimmt manchmal groteske Züge an.

Jüngstes Beispiel für diesen Übereifer: ein Kommentar des Informationsdienstes „Das Wirtschaftsbild“, der von der „alten Garde“ Ludwig Erhard, Kurt Schmücker und dem Kanzlerintimus Klaus H. Scheufeien herausgegeben wird. Nach der Feststellung, daß sich die steuerlichen Absicherungsmaßnahmen vom Herbst als unwirksam erwiesen haben, heißt es da in holperigem Deutsch: „Politisch nicht durchsetzbar, aber nachträglich unter dem Aspekt einer wenig erfreulichen Aufwertungsagitation im Bundestagswahlkampf gesehen, wäre zweckmäßiger eine höhere Exportbelastung gewesen, etwa von 6 oder 8 Prozent.“ Schlußfolgerung von „Wirtschaftsbild“: „Schiller hätte das voraussehen müssen.“

Ganz gleich, was man von Schillers Version hält, er sei schon im Herbst für stärkere Absicherungsmaßnahmen eingetreten und nur am Widerstand von Strauß gescheitert, vor einigen Wochen hat er eine Erhöhung der steuerlichen Absicherungsmaßnahmen auf sechs Prozent verlangt; Kiesinger hat dies abgelehnt. Die Kritik von „Wirtschaftsbild“ trifft also wenn nicht Strauß, so bestimmt Kiesinger und in jedem Fall die CDU. rb