Gegen die Entscheidung des Bundeskartellamtes, die Benzinpreise an den Autobahntankstellen zu senken, läuft die BP Sturm, die zusammen mit der Deutschen Shell aufgefordert wurde, das Preisniveau dem von zwei Vergleichstankstellen in der Nähe der Autobahn anzupassen. Die BP gab bekannt, sie habe nicht die Absicht, die Aufforderung zu befolgen.

Vielmehr macht die Gesellschaft dem Bundeskartellamt den Vorwurf, sich Funktionen einer Preisaufsichtsbehörde anzumaßen.

Von der Shell war bisher keine offizielle Äußerung zu erfahren. Es wurde jedoch moniert, daß als Vergleichstankstellen Stationen herangezogen wurden, die nicht zum Tankstellennetz der Deutschen Shell gehören.

Die Shell betreibt 17 der insgesamt 179 Autobahntankstellen, während die BP zwölf dieser Tankstellen beliefert. Die BP vertritt darüber hinaus die Auffassung, daß das Bundeskartellamt offenbar aus optischen Gründen Forderungen erhoben hat, die durch die Wettbewerbssituation nicht begründet seien.

Das harte Nein der Mineralölgesellschaften erinnert an die Antwort auf die Vorwürfe des Kartellamtes nach dem Ende der Nah-Ost-Krise, die Benzinpreise seien länger als notwendig auf überhöhtem Niveau gehalten worden. Damals hatten die Gesellschaften etwa vier Wochen nach ihrem ersten Nein die Benzinpreise auf breiter Front gesenkt.

mh