Ende gut, alles gut! So meinte es der französische General Massu, der jetzt in den Ruhestand trat, nachdem er in den vergangenen Jahren die in der Bundesrepublik stationierten Truppen kommandiert hatte. Alles in bester Ordnung! Ja, auch die Art und Weise, in der er diesem seinem militärischen Seelenfrieden vor dem Mikrophon des Senders „France-Inter“ Ausdruck gab, war wirklich erbaulich: So schön die Einfachheit seiner Rede und seines Vokabulars, daß gewiß manches Soldatenherz höher schlug.

Ein deutscher General hatte zum Abschied von seinem französischen Kameraden gesagt: „Massu war Frankreichs bester Exportartikel!“ Spricht man neuerdings so beim deutschen Militär? Mit Ausdrücken aus der Branche „Im und Ex“? Tatsächlich konnte man bei der Rückkehr des „Exportartikels“ ins Land seiner „Lieferanten“ feststellen, daß ein pensionierter Held nichts Gefährliches an sich hat. Er ist mit allem einverstanden. Sogar damit, daß de Gaulle sein Amt niederlegte: „Eines Tages mußte er ja wohl gehen. Schließlich, das Alter war da.“ So einfach ist das! Man muß es nur durch die richtige Brille sehen!

„Ich meine, daß ich dem General de Gaulle den besten Teil meiner militärischen Existenz verdanke und sein besonderes Interesse.“ Das klingt auf deutsch nicht schön, aber auch nicht auf französisch. Wie es aber gemeint war, ergab sich aus einem anderen Passus, der davon handelte, daß er sich 1940 den Überzeugungen de Gaulles und der Armee des gaullistischen Generals Leclerc angeschlossen hatte: „Das kam durch den geographischen Ort des Tschad.“ Mit anderen Worten: Er war abseits von der Tragödie der Niederlage im Mutterland. Der geographische Ort war ihm günstig. „So konnte ich die französische Uniform weiter tragen und den Stolz und die Ehre retten.“

Was war nun sein Prinzip, als er Präfekt und Kommandeur in Algerien war und am 13. Mai 1958 „Vive de Gaulle!“ rief? Seine Idee war, „die braven Jungens in die richtigen Kanäle zu leiten“ (in Reih und Glied und ein bißchen in Trab zu bringen) „und die Ordnung aufrechtzuerhalten“. Weiter nichts.

Wer sich noch des algerischen Krieges erinnert, weiß, daß der Befehlshaber Massu nicht zimperlich war und daß auch er die Späne fliegen ließ beim Hobeln. Aber als de Gaulle das Ruder umwarf und auf das „algerische Algerien“ zusteuerte, war dies dem General Massu zum Unterschied von Salan, Jouhaud und den anderen Rebellenchefs auch ganz recht. Er wußte ja: „De Gaulle sieht weit. Er hat das höhere Urteil.“ Auch die Politik des „Dekolonisation“ fand fortan Beifall. „So konnten in den alten Kolonien neue algerische Geschichten gar nicht erst passieren.“

Und Massus Aufgabe der letzten Jahre?

„Ich habe den Jungen die ewig gültigen Prinzipien beigebracht, wie man Einheiten formt und die richtigen Chefs erzieht, wie man den Glauben aufrechterhält und das Vertrauen rechtfertigt, das die Nation in ihre Armee setzt.“ Bei alledem hat ihm das Kommando in Deutschland ganz großartig gefallen; Lernte nun doch „den Nachbarn kennen, mit dem man sich oft herumgeschlagen hat“! Tatsächlich hat Matsu seine Soldaten immer angeregt, soviel Kontakt, wie nur möglich, mit der deutschen Bevölkerung und den deutschen Soldaten zu nehmen. „So haben wir die Chance, daß unsere Kinder und Kindeskinder mit den Dummheiten aufhören, die unsere Väter und Großvater jahrzehntelang begangen haben.“