Die drei amerikanischen Astronauten Neil Armstrong (38), Edwin Aldrin (39) und Michael Collins (38) haben ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit aufgeschlagen. Nach einer Präzisionslandung der Mondfähre „Eagle“ und einem 22stündigen Aufenthalt von Armstrong und Aldrin auf dem Erdtrabanten traten sie am Mittwoch an Bord der Kommandokapsel „Columbia“ den Rückflug zur Erde an. Im Pazifik machten sich die Bergungsmannschaften zum Emp-MITTWOCH, 16. JULI: Apollo 11 startet mit den drei Astronauten Armstrong, Collins und Aldrin an der Spitze der 111 Meter hohen, 3100 Tonnen schweren und 155 Millionen PS starken Saturn-V-Rakete um 14.32 Uhr (MEZ) von Kap Kennedy.

SONNTAG, 20. JULI: Die Raumschiff kombination von Apollo 11, die sich am Vorabend von einer elliptischen in eine annähernd runde Mondumlaufbahn geschossen hatte, ist zum Trabanten des Erdtrabanten geworden. Armstrong und Aldrin haben mehrfach sämtliche Systeme der Mondfähre überprüft. Um 17.56 gibt Houston das „Go“-Kommando für die Abkoppelung vom Mutterschiff, das mit Collins an Bord in etwa 110 Kilometer Höhe weiter um den Mond kreisen soll. Um 18.47 Uhr sind „Eagle“ und „Columbia“ getrennt, um 20.09 Uhr beginnt der eigentliche Landeanflug: Zweimal innerhalb einer Stunde zünden Armstrong und Aldrin das Triebwerk der Mondfähre, die auf einem Feuerstrahl herabsinkt und sich dabei aus ihrer Schräglage langsam aufrichtet. In 1,70 Meter Höhe über dem Boden wird das Triebwerk abgeschaltet, „Eagle“ schwebt im freien Fall herab. Es ist 21.18 Uhr: Die ersten Menschen landen auf dem Mond – nur 6,4 Kilometer vom vorausberechneten Ziel entfernt im „Meer der Ruhe“.

MONTAG, 21. JULI: Trotz des aufregenden Landemanövers, das Aldrin zuletzt von Hand gesteuert hatte, brennen die Astronauten auf ihren Mondspaziergang, zumal die stabile Position der Mondfähre einen sofortigen Rückstart nicht nötig macht. Die Ausstiegsluke öffnet sich daher schon vier Stunden früher als vorgesehen. Um 3.56 Uhr betritt Armstrong als erster Mensch den Mond. Aldrin folgt wenig später. Insgesamt 22 Stunden halten sich die beiden Astronauten auf dem Erdtrabanten auf. Ihr Sauerstoffvorrat reicht für 35 Stunden. Nach dem Aufstellen von wissenschaftlichen Geräten, einem Telephongespräch mit Präsident Nixon, einer Reihe von Bewegungsübungen und einer längeren Schlaf- und Eßpause an Bord der Mondfähre beginnen Armstrong und Aldrin fang von Apollo 11 bereit. Präsident Nixon wollte die drei Mondfahrer am Vorabend seiner Reise durch Asien und nach Rumänien auf dem Flugzeugträger „Hörnet“ persönlich begrüßen.

Mit dem amerikanischen Monderfolg wurde das Vermächtnis des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy erfüllt, der 1961 erklärt hatte: „Diese Nation sollte bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf dem Mond landen und ihn sicher zur Erde zurückbringen.“ mit den Vorbereitungen für den Rückstart.

Um 18.45 Uhr zündet die Rückkehrstufe exakt, acht Minuten später schwenkt „Eagle“ in die vorausberechnete Mondumlaufbahn ein. Nach einer dreieinhalbstündigen „Verfolgungsjagd“ mit dem Mutterschiff „Columbia“ beginnt um 22.35 Uhr das Koppelungsmanöver, das wegen eines Steuerungsfehlers ruckartig verläuft. Armstrong und Aldrin steigen um.

DIENSTAG, 22. JULI: Zwei Stunden früher als geplant wird die Mondfähre abgestoßen, nach 31 Umkreisungen beschleunigt Apollo 11 von 5600 auf 9100 km/h und löst sich aus dem Mondorbit: Die drei Astronauten treten die Rückreise zur Erde an.

Über Washington und dem Kontrollzentrum in Houston ging eine Lawine von Glückwünschen aus aller Welt nieder. Der sowjetische KP-Chef Breschnjew wünschte dem Apollo-Unternehmen „gutes Gelingen“. Der französische Staatspräsident Pompidou sandte „herzliche Glückwünsche zur Verwirklichung einer der größten Träume der Menschheit.“ Bundesaußenminister Brandt fragte: „Welches Ereignis könnte es eigentlich noch geben, um Europa endlich aufzurütteln aus seinem Egoismus und seinem Stolz auf eine große Vergangenheit.“