Wirtschaft

ZEIT SPART GELD

Die Nachfrage nach hochverzinslichen DMAusländsanleihen nimmt zu. In einzelnen Emissionen können die Banken die Anlagewünsche ihrer Kunden nicht mehr voll befriedigen.

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DIE ZEIT

Papst-Mission

In Uganda war die Welt noch heil. Hier, auf seiner achten Auslandsreise, begegneten Papst Paul VI. keine revoltierenden Priester, die über Pille und Zölibat diskutieren und die Hierarchie der katholischen Kirche attackieren.

Papier-Krieg

Der Katalog der politischen Konflikte ist neuerdings durch eine pikante Spielart erweitert worden: durch den Kleinkrieg auf dem Felde der Kartographie.

Defreggers Fall

Er fühle sich "juristisch und vor allem moralisch unschuldig", bekannte Münchens Weihbischof Matthias Defregger zu dem Massaker von Filetto vor 25 Jahren nach einem Monat des Schweigens.

Kanzler-Reise zum großen Bruder

Hat es den Europäern die Sprache verschlagen? Nicht eine einzige Regierung hat bisher mit hörbarer Erleichterung auf den von Präsident Nixon während seiner Fernostreise angekündigten Abbau der militärischen Machtposition Amerikas in Asien reagiert.

Pulverfaß ohne Boden

Die Lage war noch nie so ernst. Was in anderen Weltbreiten zur billigen Redensart geworden ist – für den Nahen Osten trifft das Diktum zu.

ZEITSPIEGEL

Edward Kennedy, noch immer im Zwielicht vieler Fragen und Zweifel, erhielt publizistische Schützenhilfe von unverhoffter Seite.

,,Abgeklopft und berochen"

An der Alster stieg das Thermometer auf über 33 Grad, als "Bürgerpräsident" Gustav Heinemann in der Hansestadt seinen Antrittsbesuch absolvierte.

Preis für Alfred Kantorowicz

Alfred Kantorowicz, in wenigen Tagen 70 Jahre alt, erhielt den diesjährigen Thomas-Dehler-Preis des Gesamtdeutschen Ministeriums für "literarische oder journalistische Arbeiten gesamtdeutschen Inhalts".

Martchenkos Leiden

Der Bericht von Anatolij Martchenko, den wir in der letzten Ausgabe der ZEIT veröffentlichten ("Wie zu Stalins Zeiten"), bedarf der Ergänzung.

Warnung an Rumänien

Präsident Nixons Asien- und Rumänien-Reise hat in Moskau beträchtliche Unruhe ausgelöst. Dabei sind manche Kommentatoren durchaus bereit, die Vereinigten Staaten als Faktor für die Zukunft Asiens nicht nur anzuerkennen, sondern sie in der Rolle eines Partners sogar als notwendig zu erachten.

An Statur gewonnen

Kaum von seiner Weltreise zurück, mußte Präsident Nixon sogleich seine ganze Aufmerksamkeit wieder innenpolitischen Problemen zuwenden.

Der Zweikampf in der Ruhrschmiede: Einer wird gewinnen

Vizekanzler Brandt lud seinen Kanzler Kiesingert ein: "Nach drei Jahren Regierung Kiesinger/Brandt wäre es gewiß kein Fehler, wenn sich die beiden Repräsentanten dieser Bundesregierung zum Dialog stellen würden, beispielsweise in einigen Großveranstaltungen des Ruhrgebietes.

Schmerzensgeld für Dr. Sardo

Wenn Eduard Zimmermann seine Sendung "XY... ungelöst" präsentiert, dann zählen die Zuschauer des Zweiten Deutschen Fernsehens nach Millionen.

Gegendarstellung

1. Die Behauptung, wonach "seit Jahren eine Auseinandersetzung" zwischen dem Düsseldorfer Justizminister Neuberger und mir bestehen soll, entbehrt der Grundlage.

Sind die Mieten zu hoch?: Wieder einmal Streik

Unser Mietstreik wird den Berliner Senat zwingen, auf dem sozialen Sektor Farbe zu bekennen." In den Westberliner Studentenwohnheimen können die Streikenden ihrer Prognose vertrauen: Die jüngste Protestaktion gegen das – inzwischen zwei Jahre alte – Wohngeldgesetz kann von den Politikern nicht ignoriert werden; wollen sie nicht stillschweigend dulden, daß die Wohnheim-Studenten durchschnittlich 30 Mark im Monat weniger zahlen (Miete durchschnittlich 80 Mark).

Oben oder unten

Auch die Robe der Richter, Staats- und Rechtsanwälte ist keine "heilige Kuh". Als Standestracht mag sie eine Art Funktionssignal bedeuten.

Kölner Affen-Theater

Während Kölns Bürger unter der Affenhitze der letzten Juli-Woche stöhnten, zogen sich dunkle Wolken über dem Haupt des Oberbürgermeisters Burauen zusammen.

Nixon verkündet "Geist von Apollo"

Präsident Nixon ist von seiner Weltreise, die ihn nach einem Treff mit den Apollo-11-Astronauten im Pazifik auf die Philippinen, nach Indonesien, Thailand, Südvietnam, Indien, Pakistan, Rumänien und Großbritannien führte, in die USA zurückgekehrt.

Israel: Umkämpfte Grenzen

Auf dem Parteitag, dem angesichts der für November angesetzten Parlamentswahl besondere Bedeutung zukam, setzte sich Verteidigungsminister Dayan erneut für eine engere Zusammenarbeit zwischen Israelis und Arabern in den besetzten Gebieten ein.

Kein Frieden durch den Papst

Während seines viertägigen Aufenthaltes in Uganda ist der Versuch Papst Pauls VI., die Parteien im nigerianischbiafranischen Konflikt zur Aufnahme von Friedensverhandlungen zu bewegen, ohne greifbaren Erfolg geblieben.

Neuer Berlin-Vorstoß?

Bundeskanzler Kiesinger ist am Dienstag zu einer fünftägigen Antrittsvisite bei US-Präsident. Nixon in die Vereinigten Staaten gereist.

Dokumente der ZEIT

Vorige Woche entkam Anatol Kusnezow, ein führender Vertreter der jungen sowjetischen Literatur ("Barbi Yar"), in London seinem Bewacher und bat um unbefristeten Aufenthalt.

Mars mit "Käppchen"

Nach der Mondlandung warteten die Amerikaner vorige Woche mit neuen Weltraumtrümpfen auf: Die beiden unbemannten Sonden Mariner 6 und 7 flogen in dichtem Abstand am Mars vorbei und schossen von dem Planeten eine Reihe gestochener Porträtaufnahmen.

USA: Rätsel um Kennedy

Drei Wochen nach dem fatalen Autounfall von Edward Kennedy, bei dem die 28jährige Sekretärin Mary Jo Kopechne ums Leben kam, sind noch immer wesentliche Fragen des nächtlichen Geschehens, aber auch die politische Zukunft des Senators offen.

Italien: Vertagte Krise

Die einmonatige Regierungskrise in Italien ist beendet – oder nur vertagt. Staatspräsident Saragat ernannte am Dienstag den Christdemokraten Mariano Rumor zum Chef einer neuen Minderheitsregierung, die von den Stimmen der beiden sozialistischen Parteien abhängig ist und auf eine neue Mitte-Links-Koalition hinarbeiten soll.

Spannung vor dem 21. August

Mit wachsender Nervosität sehen die Behörden der ČSSR den 21. August näherrücken, den Jahrestag der Besetzung durch Truppen des Warschauer Pakts.

Mozart als Ware

Ein Musikkritiker der älteren Generation entdeckte in der Salzburger Eröffnungsvorstellung des "Rosenkavaliers" "Reste vergangener Zeiten" und konstatierte: "Hier wäre Platz gewesen für eine aktuelle Neuschau der gesellschaftlichen Situation von heute, die nicht nur den revolutionären Studenten der jüngsten Generation diskutabel erscheint.

Ein Streit durch das Jahr

Vor fast zwölf Monaten, im Jahrbuch "Ballett 1968", veröffentlichte Horst Koegler einen geistreichen und hartenAufsatz: "Provokateure werden gesucht.

ZEITMOSAIK

Das Vordringliche scheint mir weniger in der Verteidigung einer Kultur zu bestehen, deren Vorhandensein noch nie einen Menschen von der Angst vor dem Hunger, von der Sorge um ein besseres Leben befreit hat, als vielmehr darin, dem, was man Kultur nennt, Vorstellungen abzugewinnen, deren lebendige Kraft mit der des Hungers untrennbar eins ist.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Das Stichwort dieser Anthologie heißt "Klangkontinuität" – worunter man sich zunächst wenig vorzustellen vermag. Gemeint ist etwas Ähnliches wie: bestimmte elektronisch erzeugte Klänge werden als Grundmaterial benutzt und immer neuen Veränderungen unterworfen, so wie früher ein musikalisches Thema "verarbeitet" wurde.

FILMTIPS

"Geraubte Küsse", von François Truffaut. "Zwei Freundinnen", von Claude Chabrol. "Week-End", von Jean-Luc Godard. "Edipo Re – Bett der Gewalt", von Pier Paolo Pasolini.

Kunstkalender

Nöfer und Oppermann gehören zur Hamburger Produktionsgemeinschaft Co-op, sie waren Kandidaten für den Kunstpreis der Böttcherstraße (den dann Dieter Krieg und Michael Schoenholtz bekommen haben), beide zählen zur Spitzengruppe der jungen deutschen Graphik, und sie sind glücklicherweise noch etwas mehr als bloße Routiniers.

Passierschein für Ostberlin (II)

Nun also richtig rein in die Oststadt, weg von den bekannten Punkten, rein, immer tiefer rein ins Unbekannte. Johannisthal zum Beispiel, ein schönes Wort, was mag das sein? Man fährt über Warschauer Straße, über Rummelsburg Richtung Treptow, überquert dann die Spree und rollt dann die schnurgerade Straße 96 herunter, die einmal Puschkinallee, dann einfach Alttreptow, dann Neue-Krug-Allee, dann Schnellerstraße, dann Grünauer Straße, dann Adlergestell heißt.

Ein Sparren zuviel

Max Stirner, der Autor des mehr berüchtigten als berühmten Buches "Der Einzige und sein Eigenthum" (1844), besitzt einige der wichtigen Voraussetzungen für ein deutsches philosophisches Originalgenie: schöpferische Laune, Bibelkenntnisse, etymologische Neigungen und sibyllinische Gedankengänge.

KRITIK IN KÜRZE

"Capriccio italiano", von Edoardo Sanguineti. In diesem Prosastück, das zu den frappierendsten und wichtigsten Erscheinungen der neuesten Literatur gehört, finden wir uns mit einer literarischen Sprache konfrontiert, für die Alltagsrealitäten und Wahnwelten, Worte der Enthüllung und der Täuschung, das Wahrscheinliche und das Unmögliche, das, was wirklich zu sein scheint, und das, was uns verrückt vorkommt, nur die ständig wechselnde Vor- und Rückseite einunddesselben bilden, eines klarsichtig verwirrten Ichs und dessen unaufhörlicher Rede, die den Wahn so real erfaßt, wie ihr das Reale zum Wahn wird.

ZU EMPFEHLEN

Der Kommentar Gombrowicz’ zu seinem Leben und Werk wurde unversehens zu einem seiner letzten Bücher, in dem sich seine kapriziöse und hintergründige Persönlichkeit, sein einzigartiger Rang in der modernen Literatur noch einmal dokumentieren.

Unser Seller-Teller Juli 1969

Die Grenzen zwischen Zeitschrift und Buch haben sich bei dem Bestreben einiger Verlage, Aktuelles zu bieten, seit längerem schon verwischt.

Washingtons Politik in Asien

Professor Wilcox, einer der vielen amerikanischen Politologen, die ihre Regierung beraten, stellt zunächst fest, daß das, was man schlechthin "Asien" nennt, in Wirklichkeit sehr heterogene Länder und Völker umfaßt, daß die amerikanische Asien-Politik daher den Besonderheiten des jeweiligen Landes angepaßt werden müsse.

Geschichte als Übung

In vierundzwanzig Vorlesungen versuchte Professor Kluke, Ordinarius für Mittlere und Neuere Geschichte, einen Blick in dieses Fach zu geben.

Japanischer Albee

Kommenden Sonnabend werden Zuschauer, bevor sie eine Nachtvorstellung des Hamburger Zimmertheaters betreten und zwanzig Mark je Platz bezahlen dürfen, eine "Erklärung" unterschreiben müssen, in der es heißt: "Es ist? mir bekannt, daß das heute abend zur Aufführung gelangende Werk ‚Philosophie im Boudoir‘ von Marquis de Sade Ideen und Thesen vertritt .

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