Wird die Sowjetunion auf die Berlin-Intervention der drei Westmächte reagieren? Wird sie Interesse daran haben, "Meinungen darüber auszutauschen, wie man gegenwärtige und zukünftige Schwierigkeiten, die mit Berlin zusammenhängen, vermeiden könnte", wie Gromyko es am 10. Juli formulierte? Das inzwischen im Kreml geprägte Wort von der "perfiden Taktik des Brückenbaus" läßt, nicht viel Hoffnung zu.

Aber nicht nur um Berlin geht es, sondern auch um die Verbesserung der Situation zwischen den beiden Teilen Deutschlands. Man kann nur hoffen, daß Moskau daran Interesse hat, die SED hat es ganz offensichtlich nicht: Jedesmal, wenn wir die Barriere anvisieren und Gefahr besteht, daß wir zum Sprung ansetzen, erhöht Ostberlin das Hindernis. Unser letztes Wort lautete, "über alles läßt sich reden, nur als Ausland können wir die DDR nicht betrachten" – prompt heißt es jetzt im Neuen Deutschland: "Nur völkerrechtliche Beziehungen kommen in Frage." Dff