Blaugrüne Litewka im Goldenen Hirschen – Armer Bastien – Griechisch-amerikanische und sächsische Wiener Così fan tutte: Was immer alle Frauen machen, alle Männer erlebten es anders – Geschäfte mit der Musik

Von Rudolf Walter Leonhardt

Wer "in" sein will, geht nach der Oper in den "Goldenen Hirschen". Das Souper für 500 Schilling ist vortrefflich, Krebsschwanzcocktail in Melonen, Seezungenfilets, Rehrücken mit Preiselbeeren, Eisparfait mit heißer Weichselsauce, dazu eine Flasche Wachauer Weißer aus der stadteigenen Sandgrube von Krems.

Die Gäste sind illuster. Ganz unauffällig sitzt Wolfgang Schneiderhan in einer Ecke, geht Günther Rennert durch die Halle hinauf in sein Zimmer, das er hier seit fünfzehn Jahren oder länger zur Festspielzeit bewohnt.

Am Donnerstag war das Ritual gestört, das mit der Routinefrage verkaufsfreudiger Kellner beginnen muß: "Wünschen die Herrschaften vorher etwas zu trinken?"

Der Kellner fragte nicht. Und als die Herrschaften von sich aus die Ordnung der Gewohnheit wiederherstellen wollten, wurden sie gewarnt: "Das kann lange dauern, die Bar ist blockiert."

Es handelte sich dabei nicht um demonstrationsfreudige Studenten. Die sind fern von Salzburg, erstaunlich fern.