Staatssekretär Günther Wetzet am 3. August im RIAS-Berlin:

Dabei beginnt man in Osteuropa zu begreifen, daß die Deutschland- und Ostpolitik der Bundesrepublik kein fauler Trick ist, die Bundesregierung es mit der Aussöhnung zwischen Ost und West vielmehr ernst meint. In Osteuropa schickt man sich an, die Ostpolitik der Bundesregierung aufzugreifen. Die SED wird unruhig ...

Allen ist klar, daß die deutsche Frage, so wie sie sich inzwischen entwickelt hat, nicht in einer einzigen Konferenz, nicht in einem einzigen großen Aufwaschen gelöst werden kann. Es kann sich nur um einen langfristigen, sich über Jahre hinziehenden Prozeß gegenseitiger Annäherung handeln.

Neues Deutschland vom 5. August:

Nun meldete sich auch Wehners Staatssekretär Wetzel aus dem Bonner Ministerium für antisozialistische Wühltätigkeit zu Wort... Allerdings fiel ihm dazu nichts anderes ein als Vorschläge für Verhandlungen über Eisenbahnfragen und über Probleme des Post- und Fernmeldeverkehrs zwischen der Bundesrepublik und der DDR... Über die Schienen der Eisenbahn und die Briefzusteller lassen sich doch die brennenden Fragen der europäischen Sicherheit und des Friedens nicht lösen; schon gar nicht angesichts der wachsenden Gefährdung des europäischen Friedens durch die chauvinistische, neonazistische und militaristische Entwicklung in Westdeutschland. Die Stellungnahme des Herrn Wetzel ist also außergewöhnlich mager.

Neues Deutschland vom 7. August:

In einigen Westdeutschen Erklärungen wird gesagt, Bonn warte auf ein Zeichen aus der Hauptstadt der DDR. Dieses Zeichen ist längst gegeben. Es sind die Vorschläge Walter Ulbrichts auf der 11. Tagung des ZK, es sind seine Ausführungen, daß die beschleunigte Vorbereitung und Durchführung einer europäischen Sicherheitskonferenz ohne Vorbedingungen eine Minderung der Spannungen zwischen beiden deutschen Staaten und friedliches Nebeneinanderleben fördern könnte.