Auf dem südvietnamesischen Kriegsschauplatz ist es bei Wochenbeginn zu den schwersten Kämpfen seit drei Monaten gekommen. Nordvietnamesische Truppen und Einheiten des Vietcong griffen ungefähr 120 Ortschaften und alliierte Stützpunkte an. Amerikanische Militärs vermuteten, daß es sich hierbei um den Beginn der seit längerem erwarteten Herbstoffensive des Gegners handelt.

Zuvor hatte Saigon eine "Affäre" erregt, in die der Kommandeur der 5th Special Forces Group in Südvietnam, Oberst Robert Rheault, verwickelt ist. Der Chef der berühmt-berüchtigten "Green Berets", einer Fallschirmjägertruppe mit Einzelkämpferausbildung, steht zusammen mit fünf Offizieren und zwei Unteroffizieren seiner Eliteeinheit unter Mordverdacht.

Die Männer sollen einen Südvietnamesen vorsätzlich ermordet haben, dessen Identität noch nicht aufgedeckt wurde, der möglicherweise aber als Verbindungsmann Hanois tätig gewesen war. Die Londoner "Times" schloß nicht aus, daß sich die "Affäre" noch zu einem "internationalen Zwischenfall" auswächst, in den auch höhere amerikanische Stellen verwickelt sind und der die Friedensgespräche in Paris gefährden könnte.