Der Entschluß der rumänischen Regierung, ihre diplomatische Vertretung in Israel in den Rang einer Botschaft zu erheben und damit den rumänischen Vertretungen in den arabischen Ländern gleichzustellen, hat in der arabischen Welt zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst. Syrien und der Sudan brachen die diplomatischen Beziehungen zu Rumänien ab, Ägypten und der Irak beriefen ihre Botschafter aus Bukarest zurück.

Rumänien ist neben Kuba das einzige kommunistische Land, das die Beziehungen zu Israel nach dem Krieg im Juni 1967 aufrechterhalten hat. Sein jüngster Schritt ist auch in den Ostblockstaaten auf scharfe Kritik gestoßen.

Das rumänische Parteiorgan „Scinteia“ bedauerte inzwischen die Schritte der arabischen Staaten. Es wies darauf hin, daß Rumänien sich seit dem Junikrieg nachhaltig für den Abzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten eingesetzt habe und die Resolution des UN-Sicherheitsrates vom November 1967 als Grundlage einer Friedensregelung in Nahost ansehe.

In Bukarest wurde, vermutet, daß die Reaktionen der vier arabischen Staaten unter sowjetischem Druck erfolgten. Das Bestreben der Sowjets, die rumänische „Politik der guten Beziehungen nach allen Seiten“ durch außenpolitische Isolierung zu erschweren, wurde erst jüngst wieder bei den Feiern zum 25. Jahrestag der Befreiung Rumäniens vom Faschismus deutlich: Alle sechs osteuropäischen Bündnispartner entsandten – wie schon zuvor zum X. Parteitag der rumänischen KP – entgegen den protokollarischen Gepflogenheiten nur Funktionäre der dritten Garnitur.