Wirtschaft

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DIE ZEIT

Kleiner Rückzug

Drei Wochen hat Präsident Nixon Freund und Feind im ungewissen gelassen, wie seine nächste Entscheidung über den Abbau des Vietnamkrieges ausfallen würde.

Glut unter der Asche

Er bläst in die Asche" – das war die spontane Reaktion vieler Berliner, als ihr Regierender Bürgermeister Schütz vor drei Wochen erklärte, er sehe noch in diesem Jahr eine Chance für Verhandlungen mit der DDR.

Athener Eklat

Noch vor ihrem ersten sportlichen Sieg hat die DDR bei den Europameisterschaften der Leichtathleten in Athen einen politischen Erfolg errungen: Jürgen May, Weltrekordläufer und "Republikflüchtling", wurde auf ihren Protest hin von der Startliste gestrichen.

Das Versagen der Politik

Die wilden Streiks haben einen Schleier zerrissen. Jetzt wissen wir nicht nur, daß auch der "gehorsame" deutsche Arbeiter – Wohlstand hin, Wohlstand her – bereit ist, um eines gerechten Lohnes willen auf die Barrikaden zu steigen.

Generals-Schuß

Er hatt’ einen Kameraden. Generalmajor Weber hieß er, Kommandeur der Schule für Innere Führung war er. Nun, aus dem Ruhestand, diffamiert er öffentlich seinen ehemaligen Vorgesetzten, den Grafen Baudissin.

ZEITSPIEGEL

Nach den letzten chinesisch-sowjetischen Grenzzwischenfällen hat die chinesische Führung angeordnet, die Atomversuchsanlagen von Lop Nor (Sinkiang), die nur 900 Kilometer vom Ort der letzten Grenzscharmützel entfernt liegen, in das entferntere Tibet zu verlegen.

Verjüngung in Bonn?: Wiederkehr der alten Garde

Trotz des ungewissen Wahlausgangs steht schon jetzt weitgehend fest, wer im sechsten Deutschen Bundestag sitzen wird. Selbst wenn CDU/CSU und SPD jeweils sechs bis sieben Prozent der Stimmen verlieren und die Freien Demokraten nur noch etwa sieben Prozent insgesamt erhalten sollten, können sich über 350 Kandidaten dieser Parteien bereits als gewählt betrachten.

Maihofer nach Bonn?: Stimmenfang für den Papa

Angelika Maihofer ist überzeugt, daß sie im Burbacher Festzelt wenigstens drei Stimmen für ihren Vater erobert hat. Dort saß die 22jährige Jurastudentin an einem langen Holztisch drei jungen Männern gegenüber und redete lächelnd und pausenlos auf sie ein.

Kossygin riet zum Frieden

Weitaus bedeutsamer als Kossygins unverhoffter Flug nach Peking war allem Anschein nach die undramatische Konfrontation zwischen den sowjetischen und chinesischen Delegationen während der Trauerfeierlichkeiten in Hanoi.

Rätselraten über Peking

Diplomaten und Korrespondenten zählten die Tage. Fünf waren am Dienstag vergangen, seit Kossygin mit Tschu En-lai in Peking verhandelt hatte, fünf Tage lang war in der sowjetischen Tagespresse kein Angriff gegen China und die Politik Mao Tse-tungs mehr erschienen.

Jubel in Kairo

Der Schock, den die Israelis den Ägyptern mit ihrem letzten Überraschungsangriff am Golf von Suez versetzten, hat nicht lange angehalten.

"Die Barbaren kommen"

Vier Wochen vor Beginn der außerordentlichen Bischofssynode in Rom am 11. Oktober sorgen die Mitteleuropäer, die schon während des II.

Wolf gang Ebert:: Zünglein an der Waage

"Gerade das wird uns von vielen Wählern so gedankt. Weil wir keinen Wahlkampf führen, verstopfen wir ihnen auch nicht die Briefkästen mit Druckschriften, verschandeln wir ihnen nicht die Landschaft durch Wahlplakate, können wir auch auf die bekannten Schläge unter die Gürtellinie verzichten.

Leichte Spannungen

Steif schritt der Bundespräsident die Front der Ehrenkompanie ab. Die Militärs des Manövers "Rösselsprung" beobachteten ihn mit Argusaugen.

Was dürfen Demonstranten?

Am 24. Oktober 1966 veranstalteten Kölner Schüler und Studenten in der Mittagszeit einen Sitzstreik, der den Straßenbahnverkehr an zwei wichtigen Kreuzungen Kölns blockierte.

Der unterschlagene Goebbels

Dieses Bild hat das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" (in einem unwesentlich veränderten Ausschnitt) am 30. August 1969 auf Seite 5 veröffentlicht.

Fertiggemacht

Für Innensenator Ruhnau war er ein Krimineller. Für den Kronzeugen der Anklage, einen Polizeispitzel, der Rädelsführer. Für die Justiz war er gar einen Augenblick lang der Soldatenmörder von Lebach, für die Hamburger Obrigkeit schließlich das langersehnte Objekt, ein Exempel zu statuieren.

Langsamer Rückzug aus Vietnam

Der amerikanische Rückzug aus Südvietnam geht weiter, allerdings wird das Tempo kaum beschleunigt. Von den 549 500 Soldaten, die bei Jahresbeginn im Felde standen, sollen bis zum 15.

Eine Reise nach Peking

Der sowjetische Ministerpräsident Kossygin und sein chinesischer Kollege Tschu En-lai haben sich am vorigen Donnerstag überraschend zu einem "offenen und nützlichen Gespräch" auf dem Pekinger Flughafen getroffen, Mehr ist an Fakten über dieses sensationelle Zusammentreffen nicht bekannt.

Tarifwelle im Wahlkampf

Das Wahlkampffieber in der Bundesrepublik wurde durch die wilden Streiks und die neue Tarifwelle erheblich angeheizt. Die Diskonterhöhung auf 6 Prozent – der höchste Stand seit dem Korea-Boom – fachte gleichzeitig den alten Streit um die Aufwertung der Mark wieder an.

Biafra hungert weiter

Nach 28 Monaten Sezessionskrieg in Nigeria ist immer noch kein Friede in Sicht. Leise Hoffnung kam auf, als vorige Woche die afrikanischen Staatsoberhäupter und Regierungschefs in Addis Abeba auf der jährlichen Konferenz der "Organisation für afrikanische Einheit" die kämpfenden Parteien in Nigeria aufforderten, einen Waffenstillstand zu schließen und Nigerias Einheit anzuerkennen.

Fehlstart in Athen

Eine politische Niederlage ersten Ranges hat der westdeutsche Sport einstecken müssen. Noch vor Beginn der Europameisterschaften der Leichtathleten in Athen setzte die DDR-Führung durch, daß der 1967 geflüchtete Erfurter Weltrekordläufer Jürgen May von der Startliste gestrichen wurde.

Sowjets ziehen gleich im Raketenwettlauf

Noch in diesem Jahr wird die Sowjetunion die USA im Raketenwettlauf eingeholt haben. Nach einem Bericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien in London ändert sich das Verhältnis Ende dieses Jahres auf 1150 Interkontinentalraketen zu 1054 für die UdSSR.

Bonn: Note aus Moskau

Am Freitag antwortete die Sowjetregierung mit einem Aide-mémoire auf das Bonner Memorandum vom 3. Juli über einen möglichen Austausch von Gewaltverzichtserklärungen.

Dubček auf der Abschußliste

In der Tschechoslowakei stehen neue Säuberungen in der Partei- und Staatsspitze bevor. Vielleicht tritt schon am Ende dieser Woche das Zentralkomitee zu einer Plenarsitzung zusammen.

Menschenjagd?

Im Zusammenhang mit dem Lebach-Fall und der Fernseh-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" wurde in München auch ein Student verhaftet, in dem Leute den ihnen mittels Zeichnung vom Bildschirm nahegebrachten "Doktor Sardo" erkennen wollten.

Strategie des Untergangs

Die Geschwindigkeit, mit der die sozialistischen Studentenfunktionäre das Instrument zerschlagen, von dessen Besitz sie sich Ende Mai noch Wunder für ihre finanzielle Lage und ihre revolutionäre Arbeit versprachen, erstaunt selbst jene, die das Ende des VDS schon damals kommen sahen.

FILMTIPS

"Das Doppelleben der Sister George", von Robert Aldrich. Die Verfilmung des Bühnenstücks von Frank Marcus, "The Killing of Sister George": Zwei alternde Lesbierinnen, die eine Schauspielerin, die andere Redakteurin, beide beim BBC-Fernsehen, rivalisieren um die Gunst einer jüngeren.

Kunstkalender

Eine Ausstellung für Leute, die sich mehr für Kunst als für Völkerkunde interessieren. Thomas Grochowiak hat ein Sakrileg an der Wissenschaft begangen, er tut, was noch kein Museumsmann gewagt hat: Er löst die Produkte der sogenannten primitiven Kulturen aus ihrem historischen und gesellschaftlichen Kontext, er überläßt sie dem Vergnügen der Betrachter.

Fernsehen: Bitte ums Schweigen

Von Lukács ließe sich erzählen, die Fernsehwoche war gut, wie er da saß, Freund Naphta, und seine Pfeile verschoß, so liebenswürdig machte er das, mit seinem zum Weltläufig-Urbanen gewandten Gelehrtengesicht (als wäre Lichtenberg in Blochs Maske geschlüpft), mit seiner Habsburger Suade wie er gegen die Frankfurter Schule anging und jenen Radikalismus zitierte, der, durchaus ästhetischer Art, umschlage in politischen Opportunismus, so daß sich’s die Adenauer, Erhard, Kiesinger wohl sein lassen könnten bei solcher Philosophie: kein Zweifel, die Pfeile waren vergiftet.

Der Haschisch-Terror geht um

Seit etwa zwei Jahren vertreten Ihre Autoren bezüglich der heute bei vielen Jugendlichen gebräuchlichen Rauschdrogen Haschisch und LSD einen Standpunkt, der nicht unwidersprochen bleiben darf.

Starkes Licht, viel Abstand

Immer wieder hat er sich selber ins kaum edel zu nennende Gesicht geschaut, hat er, rund hundertmal, auf Leinwand, Papier oder der Metallplatte festgehalten, was der Spiegel ihm zurückwarf: knollige Nase, aufgeweichtes Kinn, dünnes Kraushaar, schlechte Zähne.

Setzt das Museum noch Maßstäbe?

Die Aufgabe des Museums, Wertmaßstäbe zu setzen, hatte Werner Haftmann, der Direktor der Berliner Nationalgalerie, in seiner umstrittenen Hamburger Rede, die wir vor zwei Wochen abdruckten, betont.

Antikultur in Hunsrück-Einsamkeit

Das sechste internationale Chanson- und Folklore-Festival auf der Waldeck war als Folge der letztjährigen Auseinandersetzungen um den Sinn von bloßen Konzertveranstaltungen diesmal als ein Arbeitstreffen mit Musik- und Theaterbeispielen geplant.

Saisonbeginn in Hamburg

Die Zukunft hat an den staatlichen Sprechbühnen in Hamburg schon begonnen, obwohl Hans Lietzaus Vertrag mit dem Deutschen Schauspielhaus offiziell erst im November rechtskräftig wird.

Eine republikanische Fertigkeit

Ernst Robert Curtius ist es gewesen, der – vor allem in seinem 1948 erschienenen Buch "Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter" – Wert und Würde der Rhetorik in ihrem Ausmaß wiedererkannt hat und ihren Nachwirkungen seit der Antike nachgegangen ist.

Ekstase illustriert

Die Flucht" gehört in den neuen Radierzyklus "Randolectil" von Alfred Hrdlicka; der Titel ist so sachlich und mysteriös wie das, was sich thematisch und graphisch auf diesen 21 Blättern ereignet.

KRITIK IN KÜRZE

"Beschreibung eines Kampfes", Erzählung von Franz Kafka, zwei Fassungen, herausgegeben von Max Brod, Textedition von Ludwig Dietz.

Wirrwarr von Erinnerung

Wer das literarische Leben der Bundesrepublik kennt, der weiß, daß Peter Härtling ein ausgezeichneter Mann ist, einer der aktivsten und tüchtigsten weit und breit.

Neues Verlagsimperium

Bevor sie auf der Frankfurter Buchmesse getrennt ausstellen, stellten sie sich am letzten Dienstag in München gemeinsam vor: die neue Verlegergruppe, die einen Jahresumsatz von 250 Millionen repräsentiert (Bertelsmann bleibt mit über 600 Millionen dennoch nach wie vor die größte).

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