Diesmal scheint es dem Inhaber der "Central Cinema Company (CCC), Artur Brauner, ernst zu sein mit der Drohung, Berlins größte Filmfabrik mit den sieben Atelierhallen in Berlin-Spandau zu schließen. Die Studios der CCC kranken an chronischem Auftragsmangel.

Opa Brauners Kino mit den bunten Breitwand-Epen, frei nach Karl May oder dem Nibelungenlied, lockt die Besucher nicht mehr in die Lichtspielhäuser. Die Sexwelle wurde von den Außenseitern der Filmbranche gemacht.

Berlins erfahrener Routinier der flimmernden Leinwand wandte sich mehr den Fernsehproduktionen zu. Aber auch damit ließen sich die Kapazitäten in den Hallen der früheren Kampfgasfabrik an der Havel nicht auslasten.

"Wenn in nächster Zukunft nichts Entscheidendes geschieht, muß ich schließen", erklärte Brauner. Von seinen 150 Mann Belegschaft hat er bereits 30 entlassen. Vor viereinhalb Jahren war es schon einmal soweit. Damals reduzierte Brauner die Belegschaft von 400 auf 120 Mann.

Artur Brauner meint, wenn der Berliner Senat jedem deutschen oder ausländischen Produzenten eine Subvention von 5000 Mark pro Ateliertag gewähren würde, ließe sich der Todeskampf des in Nibelungentreue zu Berlin haltenden Filmunternehmens noch vermeiden. Schließlich sollte sich der Senat auch dafür einsetzen, daß das Zweite Deutsche Fernsehen mehr Filme als bisher in den Spandauer Ateliers dreht.

Das Existenzminimum wäre erreicht, wenn das ZDF jährlich zwei bis drei Millionen Mark mehr an Produktionskosten in Berlin ausgeben würde. Auch der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rundfunkanstalten macht Artur Brauner den Vorwurf, für die Situation mit verantwortlich zu sein.

Die ARD habe überhaupt nichts für die Berliner Filmindustrie getan. Im Gegenteil, mit dem Bau des Fernsehzentrums am Theodor-Heuss-Platz habe der Sender Freies Berlin der CCC sozusagen den Todesstoß versetzt.