Hierzulande klagen Autofahrer oft – und meist zu Recht – über Werkstätten und Wartezeiten, über Preise, Service und Monteure. Hierzulande fahren Unzufriedene Auto und Unzufriedene reparieren. Anderswo jedoch... Acht Autoreisen nach Italien haben Erfahrungen erbracht, die den Neid in uns und die Sehnsucht nach dem Süden groß werden lassen.

Die Liebe zum Auto wird mit nationalen Unterschieden verschenkt. In Italien liebt man "das" und nicht nur "sein" Auto; man setzt sich dafür ein: um des Autos willen.

Einmal geschah es auf Sizilien. An einem Sonnabendnachmittag gegen sechs. Im Anblick des schwelenden 3000 Meter hohen Ätna. Wer repariert zu solcher Stünde ein ausgeleiertes Bremsseil? Die erste beste Werkstatt auf schwarzem Lavahügel in Catania. In einer halben Stunde. Für zehn Mark.

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Ein andermal traf es sich an einem Pfingstsonnabendnachmittag, daß der Vergaser nicht mehr wollte. Der an der Adria etablierte Monteur zeigte sein pfingstlichstes Lächeln und bemächtigte sich – singend – der Vergaser-Einzelteile wie eines Puzzlespiels. Rechnungsbetrag acht Mark.

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In Manfredonia, am Fuße des kakteenbestandenen Garganogebirges am sogenannten "Sporn" Italiens, schufen wir einem Werkstatt-Team reines Vergnügen damit, daß unser Autoveteran schon 160 000 Kilometer hinter sich hatte. Den fälligen Ölwechsel besorgten die Männer nur nebenbei; zur Hauptsache steckten sie ihre Köpfe unter die Motorhaube und begeisterten sich.