Als die Entscheidung gefallen war – Aussprüche der Parteivorsitzenden in der Wahlnacht:

Willy Brandt (SPD):

Es ist wirklich gut für Deutschland, daß der erklärte Rechtsextremismus nicht im Bundestag vertreten sein darf. Als Vorsitzender meiner Partei möchte ich sagen: Dies ist das beste Ergebnis, das wir bisher gehabt haben, und deshalb liegt mir natürlich sehr daran, allen Wählern zu danken und insbesondere auch denen Dank zu sagen, die so gut mitgeholfen haben in den letzten Monaten und Wochen ... Dann darf ich schlicht feststellen: Die SPD ist die größte Partei. Sie hat wieder über eine Million Stimmen dazugewonnen. Die CDU hat außerdem nicht gewonnen, sondern verloren ... Und nun zu den Folgerungen: Eine Koalition der Verlierer wäre kein angemessenes Ergebnis...

Kurt Georg Kiesinger (CDU)

Ich hatte in fast 500 Wahlkundgebungen das Gefühl bekommen, daß die Wahl etwa so ausgehen würde, wie es nun gekommen ist. Ich habe immer damit gerechnet, daß die Sozialdemokratische Partei, weil sie in der Regierung war und in der Regierung gute Arbeit geleistet hat, an Stimmen gewinnen würde. Aber ich habe niemals jenen demoskopischen Voraussagen Glauben geschenkt, die der Sozialdemokratischen Partei einen Vorsprung voraussagten...

Franz Josef Strauß (CSU):

Ich werde persönliche Ressentiments oder Emotionen, die durch die Wahlkampfführung etwa in mir aufgekommen sein könnten, bestimmt hinter die sachlichen Notwendigkeiten, das heißt die Fortsetzung unserer Politik im weiteren wirtschaftlichen, finanziellen Aufbau zurückstellen. Für mich ist der Wahlkampf abgeschlossen...