Otto A. Friedrich, geschäftsführender Gesellschafter bei Flick, soll nach dem Wunsch des Präsidiums der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der neue Präsident der Vereinigung werden. Hanns Martin Schleyer, Vorstandsmitglied bei Daimler, hatte auf den Ehrenposten verzichtet. Die Flick-Manager scheinen an einflußreichen Posten im öffentlichen Leben dagegen stets interessiert: Friedrichs Kollege Dr. Wolfgang Pohle ist Vorsitzender im CDU/CSU-Arbeitskreis III (Haushalt, Steuern und Finanzen).

Karl Wust, FDP-Politiker und Vizepräsident des Saarlandtages, kann sich den Stuttgarter Verleger Georg von Holtzbrinck ("Christ und Welt", "Handelsblatt") gut als Mehrheitsaktionär bei der "Saarbrücker Zeitung" vorstellen: "... besser geeignet als solche Interessenten, die gern in ihre Redaktionen hineinfummeln." Während die CDU mit Holtzbrinck offensichtlich auch einverstanden ist, plädiert die SPD für eine Umwandlung der Zeitung in eine Stiftung. Ein neuer Verleger für die landeseigene Zeitung wird schon seit gut einem Jahr gesucht. In letzter Zeit wurde die Privatisierung der Zeitung (Auflage: 165 000; Kaufpreis etwa 25 Millionen Mark) immer wieder vertagt – die Politiker wollten erst die Wahl abwarten.

Kurt Lotz, Vorstandsvorsitzender von VW, hatte prominenten und kommerziell sehr vielversprechenden Besuch: eine russische Delegation unter Führung des Ministers für Automobilbau Tarasow. Während Lotz längst Bekanntes äußerte – jederzeit bereit, mit jedem Land zusammenzuarbeiten –, kam Tarasow zu einem interessanten Schluß: Er bezeichnete eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland in der Automobilindustrie als sehr nützlich. Bislang waren deutsche Autos den Sowjets aus politischen Überlegungen nicht genehm. Zum Leidwesen der Wolfsburger entschieden sich die Russen noch immer für die Zusammenarbeit mit der italienischen Konkurrenz, mit Fiat.