Der Druck der amerikanischen Öffentlichkeit auf Präsident Nixon, eine Lösung des Vietnam-Konflikts herbeizuführen, wächst. Während laut der letzten Gallup-Umfrage noch 52 Prozent der Amerikaner auf einen Erfolg der Vietnam-Politik des Präsidenten hoffen, hat die Zahl der Kriegsgegner eine neue Rekordhöhe erreicht: 58 Prozent der befragten. Amerikaner erklärten, die USA hätten sich niemals militärisch in Vietnam engagieren sollen. Schon in den nächsten Tagen wird Richard Nixon die Eskalation an der Heimatfront zu spüren bekommen:

  • Am 15. Oktober finden an allen amerikanischen Hochschulen Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg statt.
  • Am 27. Oktober sollen im Außenpolitischen Ausschuß des Senats unter Leitung von Senator Fulbright fünftägige öffentliche Anhörungen über den Vietnam-Konflikt beginnen, zu denen auch Außenminister Rogers und Verteidigungsminister Laird geladen werden sollen.

Unterdessen haben prominente Politiker neue Vorschläge für eine Beendigung des Krieges unterbreitet: Der ehemalige Chefunterhändler bei den Pariser Verhandlungen, Averell Harriman, äußerte die Ansicht, Nordvietnam könne durch umfangreiche amerikanische Finanzhilfe für echte Friedensverhandlungen interessiert werden. Senator Mansfield schlug Nixon eine sofortige Feuereinstellung der US-Truppen vor. Senator Barry Goldwater, schließlich, will Nordvietnam mit radikaleren Mitteln zum Einlenken bewegen: Er plädierte für die Bombardier rung der nordvietnamesischen Hafenstadt Haiphong.