Von Rudolf Walter Leonhardt

Als ich das Bücherpaket aufmachte, wollte ich meinen Augen nicht trauen: drei Bände Parodien von

Robert Neumann: "Dämon Weib", "Vorsicht Bücher", "Nie wieder Politik"; Verlag Kurt Desch, München; alle etwa 200 S., alle 15,–DM.

Und alles kam mir bekannt vor, aber auf eine neue Weise präsentiert. Auf eine entscheidend neue Weise, wie sich herausstellte.

Was ist an diesen Parodien (die ja in Einzelbänden mit den inzwischen schon literarhistorischen Titeln "Mit fremden Federn" und "Unter falscher Flagge" vorliegen und die dann einen dicken. Band der Gesamtausgabe gefüllt haben), was ist daran neu?

Da es sehr viel Zeit kostet, in den zahlreichen Werken Robert Neumanns – sie füllen hinter immer wieder neuen Fassaden ein ganzes Bücherregal – das Neue zu entdecken, holte ich mir die Antwort straight from the horse’s mouth.

"Neu ist vor allem", schrieb Robert Neumann, "daß mir im Zug meines autobiographischen Nachdenkens über mich selbst der ‚Sinn‘ dieses Parodienschreibens im Rahmen meiner Einstellung zu Leben und Literatur aufgegangen ist – sie haben jetzt ihren Stellenwert innerhalb meiner Lebensbeschreibung bekommen, und meine Unlust gegenüber diesen ‚Nebendingen‘ ist danach nur mehr psychoanalytisch zu deuten."