Der amerikanische Außenminister Rogers hegt keinen Zweifel mehr daran, daß die Sowjets an einem gesicherten Frieden im Nahen Osten interessiert sind. Diese Erkenntnis hat der Minister bei drei Gesprächen gewonnen, die er am Rande der UNO-Vollversammlung mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gromyko führte. Wie in New York verlautete, besteht Moskau nicht mehr darauf, daß die USA den Modus der von ihnen angestrebten Verhandlungen zwischen Israelis und Arabern schon jetzt präzisieren. Vielmehr sollen die Sowjets inzwischen die amerikanische Ansicht teilen: Eine Festlegung auf Art und Abwicklung der erwünschten israelisch-arabischen Verhandlungen ist im Augenblick nicht opportun. Die Nahost-Gespräche der beiden Außenminister sollen in der kommenden Woche zwischen dem amerikanischen Unterstaatssekretär Sisco und dem Sowjetbotschafter in Washington, Dobrynin, fortgesetzt werden.

Im Konfliktgebiet Nahost selbst gingen unterdessen die Auseinandersetzungen weiter. In den letzten Tagen überquerten mehrfach ägyptische Einsatzkommandos den Suezkanal. Zur gleichen Zeit griffen israelische Kampfflugzeuge wiederholt Ziele in Jordanien und am Westufer des Golfes von Suez an. Nach eigenen Angaben waren beide Seiten bei ihren Missionen erfolgreich.