Wer Zertifikate deutscher Investment-Fonds besitzt, deren Vermögen aus ausländischen Aktien besteht, hat die Folgen der verkappten Mark-Aufwertung bereits zu spüren bekommen. Je fester die Mark wurde, desto weniger waren die Auslandsaktien – in Mark ausgedrückt – wert.

Den Währungsrückschlag brauchten Fonds, die ihre Ausgabepreise in Dollar und Schweizer Franken notieren lassen, optisch nicht sichtbar zu machen. Die deutschen Besitzer ihrer Anteile merken erst dann die Folgen der Aufwertung, wenn sie ihre Anteile verkaufen und den Erlös in Mark umtauschen. Die vor der Freigabe erworbenen Dollar sind heute weniger wert. Verloren haben sie beide gleich viel, die Inhaber deutscher oder ausländischer Fondsanteile. Dennoch finden die deutschen Fonds die Angelegenheit recht betrüblich. Ihre Erfolgsbilanz erhält nämlich durch die Aufwertung einen Knick, für den die Fonds nicht verantwortlich sind. Bei den in Fremdwährung notierten Anteilen ist das nicht der Fall. Ihre Wertsteigerung müßte optisch gegenüber den deutschen Fonds 6,5 Prozent und mehr betragen, wenn man nur den Währungsfaktor und nicht die Kursveränderungen im Effektenvermögen berücksichtigt.

Fachleute kennen dieses Problem. Aber wissen darum auch die "Anlageberater" der Auslandsfonds? Kommen diese nicht vielleicht in die Versuchung, in der unterscheidlichen Wertenwicklung der In- und Auslandsfonds ein Qualitätsmerkmal zu sehen? Einigen wäre das ohne weiteres zuzutrauen. kw.