Klarheit in der Währungspolitik – das ist der wichtigste Ratschlag, den deutsche Unternehmer dem neuen Bundeswirtschaftsminister, der aller Wahrscheinlichkeit nach wieder Schiller heißen wird, mit auf den Weg geben. Professor Rodenstock (Optik-Unternehmer): "Andernfalls ist keine unternehmerische Planung möglich."

Dr. Gerd Tacke, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, benotet die währungspolitischen Argumente: "Viele Äußerungen zu diesem Thema hätten für die Diplomprüfung nicht gereicht." Damit die deutsche Industrie in der "Schlacht am Weltmarkt" bestehen könne, fordert Tacke, Direktinvestitionen im Ausland zu stärken, zumal "die Japaner systematisch in dieser Richtung vorgehen".

Kaufhof-Vorstandsmitglied Helmut Thoma hält es für wichtig, nun eine "Lösung der währungspolitischen Fragen auf breiter internationaler Basis" anzustreben, auf daß die Bundesrepublik "nicht wieder in eine Situation wie die gegenwärtige" hineingerate. Eine Europa-Währung wäre ideal.

Drei weitere Punkte liegen deutschen Managern am Herzen:

  • Abstimmung der Wirtschafts- und Finanzpolitik,
  • Entzerrung der Wettbewerbspolitik sowie
  • Ausbau und Erweiterung des Gemeinsamen europäischen Marktes.

Das Wettbewerbsrecht müsse "so offen wie möglich" sein, meint Kaufhof-Thoma, und dürfe vor allem "keine Erbhöfe" dulden.

Wenn Professor Rodenstock eine "Flurbereinigung der Wettbewerbspolitik" fordert, weil diese durch die Förderungspolitik auf vielen Gebieten unübersichtlich geworden sei, trifft er sich hier sogar mit dem IG-Metall-Vorsitzenden Otto Brenner, der verlangt, daß sich "niemand auf Grund von konjunkturfördernden Maßnahmen bereichern" dürfe.