Von Wolfram Siebeck

Im ersten Jubel über die erfolgreiche Landung eines SPD-Teams in Bonn hat man übersehen, daß wir den eigentlichen Geheimnissen erfolgreichen Regierens zunächst noch nicht viel näher gekommen sind. Die bisherigen Versuche der verschiedenen CDU/CSU-Regierungen haben höchstens einige theoretische Kenntnisse darüber vermittelt. Eine chronologische Aufstellung der entscheidenden Stunden könnte deshalb als Grundlage für spätere Forschungen dienen:

19. September: Nach erfolgreich verlaufenem Start von SPD-II wird die erste, von den Demoskopen gebaute Stufe abgesprengt.

20. September: Auch die zweite Stufe, von der Grass-Wahlhilfe gezündet, ist ausgebrannt und wird abgesprengt.

14.35 Uhr: Mit der Schubkraft von 78 prominenten Bundesbürgern, die in einem Inserat erklären, sie würden SPD wählen, wird das Parteischiff in eine Regierungsumlaufbahn eingeschossen.

21. September: Ein Defekt in der Popularitätsberechnung gibt Anlaß zu großer Besorgnis: Kommandant Brandt ist stark zurückgefallen. Gleichzeitig aber läßt auch die Anziehungskraft des Meteoriten Strauß erheblich nach, so daß die SPD-Kapsel ihren Kurs planmäßig fortsetzen kann.

22. September: Durch eine englische Meinungsumfrage erreicht das SPD-Parteischiff eine neue Rekordgeschwindigkeit. Vorübergehende Schwindelgefühle bei der Mannschaft. Um das vorgesehene Rendezvousmanöver mit der FDP nicht zu gefährden, wird eine erste Kurskorrektur notwendig: Die geplante Mitbestimmung wird reduziert.