Erstaunliche Machenschaften hat in den letzten Tagen ein Unterausschuß des amerikanischen Senats zutage gefördert, der sich mit Unregelmäßigkeiten innerhalb der Armee beschäftigt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zwei der prominentesten Militärs der Vereinigten Staaten: Der ehemalige Chef der amerikanischen Militärpolizei, General Carl C. Turner (rechtes Bild), und der hochdekorierte, ranghöchste Feldwebel der US Army, William O. Woolridge. Turner wird vorgeworfen, 397 von der Polizei beschlagnahmte Handfeuerwaffen seinem privaten Fundus einverleibt zu haben; der General ist passionierter Waffensammler. Die Ermittlungen, gegen ihn laufen noch. Auch der Fall Woolridge ist noch nicht abgeschlossen. Bei seiner Bearbeitung wurde ein "Mafia-artiges Syndikat" mehrerer Feldwebel entdeckt, an dessen Spitze "Sergeant Nr. 1" Woolridge stand. Die Feldwebel hatten als Verwalter von Armeeklubs zunächst in Süddeutschland und später in Südvietnam illegale Provisionen für Proviantlieferungen und Truppenshows verlangt und damit in einigen Fällen bis zu 150 000 Dollar jährlich verdient. Seinen erstaunlichsten Coup landete Woolridge, als er mit der Maschine des Oberbefehlshabers in Südvietnam, General Abrams, in die Heimat zurückkehrte und – 61 Flaschen unverzollten Whiskys in seinem Gepäck hatte.