"Runter kommen sie alle", lautete eine zynische Prophezeiung, mit der die erschreckende Unfallziffer des 1961 eingeführten schnellsten und teuersten Kampfflugzeuges der Bundeswehr immer wieder kommentiert wurde. Bisher hat sich der Spruch nur teilweise bewahrheitet: Von den 866 durch die Bundeswehr angekauften Starfightern vom Typ F 104 mußten bis jetzt 100 abgeschrieben werden; 54 Piloten der Luftwaffe und der Marine kamen bei den Unfällen ums Leben.

Das traurige Jubiläum des 100. Absturzes fiel ausgerechnet in eine Zeit, in der die Unfallquote ihren bisher niedrigsten Stand erreicht hatte; Waren 1965 noch 26 und 1966 21 Starfighter abgestürzt, so sank die Verlustzahl in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf neun F 104. Noch deutlicher wird der Rückgang der Unfälle, der hauptsächlich durch gründlichere Pilotenausbildung (Unkosten pro Mann etwa eine Million Mark) und besseres Wartungs- und Systemmanagement erreicht wurde, wenn man die Zahl der Abstürze in eine Beziehung zur Zahl der Flugstunden setzt: 1955 kam ein Totalverlust auf 2250 geflogene Stunden, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete man nur noch einen Totalverlust auf 15 500 Flugstunden. Diese Zahlen nennt jedenfalls der Führungsstab der Luftwaffe. Nach inoffiziellen Angaben liegt das makabre Jubiläum des 100. Absturzes schon einige Zeit zurück, und es sind bisher schon 109 Starfighter verlorengegangen.