Ein halbes Jahr Hochkonjunktur hat den deutschen Finanzkassen überreichen Geldsegen beschert. Seit Anfang des Jahres steigen die Steuereinnahmen in einem keineswegs eingeplanten Tempo – insgesamt stiegen sie um 17 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahreszeit. Eine solche Zunahme hatte es in den letzten Jahren nicht gegeben. Selbst in dem letzten guten Steuerjahr 1966 betrug die Steigerung nur knapp 10 Prozent. Absolut gerechnet werden Bund und Länder in diesem Jahr zum erstenmal mehr als 50 Milliarden Mark kassieren – man rechnet mit insgesamt 56,9 Milliarden. Der Geldsegen hat nur einen Nachteil: da die Konjunktur nicht übermäßig angeheizt werden soll, muß die öffentliche Hand im Überfluß sparen.