Die Forderungen des Ausschusses zu den Fragen der "Wehrgerechtigkeit" und Kriegsdienstverweigerung werden unter anderem wie folgt begründet:

"... die Inanspruchnahme des Grundrechtes, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern, stellt den Staat so lange vor keine Probleme, wie der Bedarf an Soldaten gedeckt werden kann und das Grundrecht nicht dazu mißbraucht wird, die Bundeswehr durcheinanderzubringen..."

"Es bestand Übereinstimmung, daß die Bundeswehr soweit wie möglich von diesen Erscheinungen zu befreien sei. Dafür sprechen zunächst militärische Gründe ... Wichtiger aber erschien dem Ausschuß die Erkenntnis, daß die Kriegsdienstverweigerung in der Truppe Gewissensbelastungen mit sich bringt, die nicht zu verantworten sind. Dabei hat der Ausschuß nicht nur an das Gewissen derjenigen gedacht, die sich als Wehrpflichtige wirklich in ihrem Gewissen belastet wissen. Vielmehr waren es gerade die Vorgesetzten, die durch die jetzige rechtliche und disziplinare Regelung vor so schwere Verantwortung gestellt sind, daß auch ihr Gewissen belastet ist, die der Ausschuß im Blick hatte."

"Auch im Anerkennungsverfahren haben sich, nicht zuletzt durch die jetzige Rechtslage infolge von höchstrichterlichen Entscheidungen, in zunehmendem Maße Unzuträglidikeiten ergeben... Seit als mögliches Motiv neben religiösen und ethischen auch politische Gründe akzeptiert werden, ist dieser Anteil der Kriegsdienstverweigerungsanträge sehr in die Höhe gegangen. Nach Auffassung der in der Praxis tätigen Mitglieder der Prüfungsgremien sind höchstens 30 Prozent der Antragsteller als überzeugte Kriegsdienstverweigerer zu betrachten. Anerkannt werden aber bis zu 85 Prozent. In der Differenz liegt die Wurzel des Übels."

Vorgeschlagen wurden:

1. Ein Ausbau des Ersatzdienstes auf 10 000 Dienstposten, doch hielt man es für zweifelhaft, daß diese Forderung noch vor dem Jahre 1973 verwirklicht werden könne.

2. Sofortige Entlassung aller Soldaten, die einen Antrag stellen: "Der Ausschuß war sich einig, daß diese Lösungsmöglichkeit deshalb ausscheidet, weil dann die Zahl der Antragsteller lawinenartig anschwellen würde." Als unzumutbar galt auch der bisherige Zustand, wonach die Antragsteller bis zur rechtskräftigen Anerkennung weiterhin Waffendienst tun müssen.