Von Ingeborg Zaunitzer-Haase

Einmal im Leben Bauherr zu sein – dieser freiwillig und gern übernommenen Aufgabe, die dem – Ziel der Erfüllung aller Wohnträume dient, sind viele Menschen nur mangelhaft gewachsen. "Bauherren vernachlässigen oft gröblich ihre eigenen Interessen", sagt Wolfgang Heiermann, Rechtsanwalt und Geschäftsführer im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. "Sie unterwerfen sich viel zu häufig kritiklos allen Bedingungen der Architekten und Bauunternehmer und unterschreiben nahezu blindlings die vorgelegten Bauverträge."

Außerdem – so Heiermann – "lassen sich die Bauherren sehr häufig mit Unternehmern ein, die wegen mangelhafter Arbeiten gerichtsbekannte Persönlichkeiten sind, oder sie liefern sich zweifelhaften Bauleitern aus". Der Grund solchen Fehlverhaltens: Unsicherheit, Unkenntnis eigener Rechte, Bequemlichkeit, Vertrauensseligkeit. Aber auch Sparsamkeit am falschen Platz ist mit im Spiel: Wer sich an den "billigsten" Bauunternehmer hält, ohne dessen Leistungen zu analysieren, darf nicht seufzen und stöhnen, wenn zu guter Letzt das neue Haus voller Mängel steckt.

Der Hausbau beginnt – nach Wolfgang Heiermanns Rezept – mit dem Anfordern und Einsammeln möglichst vieler Angebote;

Zweiter Schritt: Der künftige Bauherr trifft eine Vorauswahl. Die Handvoll übriggebliebener Bauangebote weist individuelle Vorschläge, gute Qualität und einen erträglichen Preis auf.

Dritter Schritt: Die paar auserwählten Firmen werden gebeten, ein bis ins einzelne gehendes Leistungsverzeichnis einzureichen. Daraus sollte genau hervorgehen, was in welcher Zeit zu welcher Qualität und zu welchem – ungefähren – Preis geboten wird.

Schritt Nummer vier: Endgültige Auswahl des Bauunternehmers und Abschluß des Bauvertrags. Dieser Vertrag über den Hausbau sollte unbedingt schriftlich abgeschlossen werden, und zwar so ausführlich und so konkret wie nur irgend möglich.